Gastbeitrag

„Besonders schön ist es hier in den Morgenstunden.“

Jetzt, wo die Besichtigung der Bremer Innenstadt in der prallen Sommersonne oder unter dicken Gewitterwolken gerne mal zu – naja sagen wir einer feuchtfröhlichen Erkundung wird – sind wohl sehr viele über einen kühlen Platz im Schatten oder in einer klimatisierten Einrichtung dankbar. Wie passend, dass die Unser Lieben Frauen Kirche in Bremen nur einen Steinwurf von den berühmten Stadtmusikanten, dem Rathaus und dem Roland zu finden ist. Aber wer jetzt denkt, die Gemäuer der Liebfrauenkirche dienen nur als Schlupfloch für all die schwitzenden Touristen, der irrt sich.

Die Kirche aus Sicht der Stadtmusikanten.

Beim Betreten der Kirche werde ich immer ganz nostalgisch. Ich selber habe zu dieser Gemeinde nämlich eine besondere Verbindung, denn ich wurde hier getauft und auch konfirmiert. Meine Konfirmation liegt mittlerweile schon 5 Jahre zurück, trotzdem besuche ich mindestens einmal im Jahr, nämlich zum Weihnachtsgottesdienst, die Kirche. Gestern habe ich meiner Gemeinde mal wieder einen Besuch abgestattet und besonders die Kirchenfenster unter die Lupe genommen. Ich muss gestehen, die Geschichte dieser farbenfrohen Kunstwerke hatte ich nicht mehr so ganz in Erinnerung – aber dazu später mehr… Als ich nun also im Rahmen meiner Recherche in die Kirche kam, schwirrten mir plötzlich wieder ganz viele Erinnerungen durch den Kopf. Wie ich bei den Gottesdiensten meine Lieblingslieder aus Taizé gesungen habe, wie ich eines Weihnachten die Worte meiner auswendig gelernten Textzeilen vor der kompletten Gemeinde vertauschte oder wie ich mit meinen Freundinnen während der Konfirmation ganz stolz vor dem Fotografen posierte, mit unseren kleinen rosafarbenen Sträußen, die Mama und ich damals für alle Konfirmandinnen ausgewählt hatten. Aber genug von mir.

Was sollte man über die Unser Lieben Frauen Kirche wissen?

Die Unser Lieben Frauen Kirche ist nach dem St.-Petri-Dom der älteste Kirchenbau Bremens. Schon 1020 standen die ersten Wände, damals noch aus Holz erbaut, an ihrem jetzigen Platz. Früher hieß die Kirche St.-Veit-Kirche, was sich dann aber Mitte des 12. Jahrhunderts zu dem noch heute aktuellen Namen Unser Lieben Frauen geändert hatte. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem bevorstehenden Wiederaufbau des Kirchengebäudes, kam die Frage auf, wie die Kirche denn nun verglast werden solle. Kurzer Hand wurden die Verantwortlichen auf den französischen Künstler Alfred Manessier aufmerksam. Manessier ist bekannt für seine wunderschön gestalteten Fenster, was er zuvor schon in Köln, Essen und Basel unter Beweis stellte.

Ich finde es toll, dass Bremen zu den ausgewählten Städten zählt, die er mit seinen Kunstwerken beschenkt hat.

Zugegebenermaßen musste die Gemeinde einige Anfangsschwierigkeiten überstehen. Geldprobleme und auch gegensätzliche Ansichten der Farbgestaltung machten die Anfangsphase heikel. Mit der ersten Begegnung Manessiers und dem kleinen Kreis von Gemeindemitgliedern verschwanden jedoch jegliche Zweifel und so entstand von 1964 bis 1979 (also ganze 15 Jahre!!!) das Kirchenfensterwerk, welches sich auch heute noch bestaunen lässt.

Rund um die Liebfrauenkirche reihen sich von Montag bis Samstag viele bunte Blumenstände.

Die vier Fenster

Das große Pfingstfester hinter dem Altar.

Einen großen Anteil an dem Kirchenbau, so wie man ihn heute vorfindet, hat der Glasmeister Franҫois Lorin. Ihm wurde die Ausführung aller Fenster anvertraut. In seiner Glaswerkstatt in Chartres (Frankreich) hat er Manessiers Vorstellungen wunderbar umgesetzt und später höchstpersönlich beim Einbau der Fenster Hand angelegt. Vier an der Zahl entstanden bei der Zusammenarbeit. Davon sind drei große Fenster zum Osten ausgerichtet und ein Radfenster befindet sich im Westwerk. Jedem Fenster liegt ein biblischer Inhalt zu Grunde. Das Fenster in der Mitte ist das Pfingstfenster. Hier wird also die Pfingstgeschichte in Form eines Fensters wiedergegeben. Links davon befindet sich das Weihnachtsfenster. Mein absolutes Lieblingsfenster! Ich könnte es mir Stunden ansehen. Ich liebe Weihnachten und die Weihnachtszeit. Die Düfte, die zu der Zeit in der Luft liegen, die Atmosphäre wenn meine Familie besinnlich zusammenkommt und mein Geburtstag, den ich auch immer kurz vor Weihnachten feiern kann, machen mich einfach glücklich. Ich bin eben ein Winter-Weihnachts-Kind. Ganz rechts befindet sich das Predigtfenster. Es ist der Kanzel am nächsten und wird von dem Thema „das verkündete Wort“ beherrscht.

Das Predigtfenster

Dreht man sich nun einmal um 180 Grad, dann schaut man direkt auf das Marienfenster. Es befindet sich neben der Orgel und sollte ursprünglich an den Lobgesang der Maria erinnern.

Das Marienfenster: „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“

Manessier war es wichtig, dass der Betrachter nicht nur das Spiel aus Licht und Farbe wahrnimmt, sondern auch geistlich in das Farbspiel eintaucht. Man braucht meiner Meinung nach kein umfassendes Wissen oder eine bestimmte Konfession, um sich in die Fenster zu verlieben. Jeder Betrachter findet wohl seine eigenen Assoziationen und Deutungen. Sicher ist, dass das Gesamtkunstwerk in Gänze nur beim eigenen Betrachten komplett zur Geltung kommt. Achtung Geheimtipp: Der Küster der Kirche sagte mir, die Fenster strahlen in den Morgenstunden besonders schön. Und das stimmt! Das Schattenspiel auf dem Boden und auf den Bänken ist beeindruckend. Einen kleinen Einblick bekommt ihr hier aber überzeugt euch davon lieber selbst!

Ich weiß, wo ich mich in Zukunft hinsetzte: Direkt vor das Weihnachtsfenster.

Die Kirche ist Montag bis Samstag von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Gottesdienst findet sonntags von 10:30 bis 11:30 Uhr statt. Kontaktdaten findet ihr hier. Wer noch mehr über die Manessiers Fenster lesen möchte, der findet in der Kirche selbst und auch hier weitere Informationen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Marla Malcherek

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