Sommernachtstraum – Eine Biergarten-Tour durch Bremen

Es gibt ja so manche Situation, die unweigerlich mit dem Sommer verbunden ist: Pommes im Freibad, Radtouren durch Kornfelder, laue Sommernächte im Biergarten. Letzteres verbindet man hierzulande wohl eher mit dem Süden. Aber auch Bremen kann mit so einigen größeren und kleineren Biergärten aufwarten.

Es geht los: An einem Freitagabend treffe ich mich pünktlich zum wohlverdienten Feierabend-Bier mit ein paar Freunden in der Neustadt. Es ist 18 Uhr, die Sonne hat noch ordentlich Kraft und als ich an unserem Treffpunkt ankomme, bin ich nicht nur ziemlich aus der Puste, sondern auch ganz schön aufgebracht vom aufbrausenden Feierabend-Wochenend-Verkehr auf Radwegen und Straßen. „Zeit für ein Bier“ – da sind wir uns alle einig, bestellen uns an einer kleinen Holzbude unsere Getränke und setzen uns schließlich auf die Bierbänke des wahrscheinlich jüngsten Biergartens der Stadt. „Charlottes Shakes-Biergarten“ auf der neu angelegten Grünfläche zwischen Südbad und Shakespeare Company an der Schulstraße hat nämlich sage und schreibe seit einem Tag geöffnet. Es ist ein gemeinsames Projekt der Bar „Charlotte Gainsbourgh“ an der Friedrich-Ebert-Straße und der Bremer Shakespeare Company.

Klein aber fein - hier kehrt Ruhe ein, sobald man sitzt. "Charlottes Shakes-Biergarten" ist noch ganz jung, spielt aber schon mit den Großen.

Klein aber fein – hier kehrt Ruhe ein, sobald man sitzt. „Charlottes Shakes-Biergarten“ ist noch ganz jung, spielt aber schon mit den Großen.

Kaum habe ich Platz genommen, stelle ich fest, wie friedlich dieser Ort ist. Umgehend fällt der Stress der Woche von mir ab und ein kleinbisschen Sommerurlaubsgefühl steigt in mir auf. Ich lasse mir mein Alster schmecken und widme mich entspannt den Gesprächen mit meinen Freunden.

Bierchen, Pommes und gute Leute - so muss das sein :-)

Bierchen, Pommes und gute Leute – so muss das sein :-)

Von Shakespeare zur Weser

Nach einem Getränk geht es weiter. Das ist die Regel für heute abend: Ein Biergarten, ein Getränk. Wir radeln zu viert über die Wilhelm-Kaisen-Brücke und biegen gen Osten auf den Radweg am Osterdeich ab. Immer noch ist die Stadt am Brodeln, der Osterdeich ist vollbesetzt mit feierabendlustigen Sommergenießern. Es ist 19.15 Uhr, als wir unsere Räder vor den Weserterrassen anschließen. Ich vermute schon, dass wir keinen Platz mehr bekommen, aber wir haben Glück. Durstig und hungrig bestellen wir diesmal nicht nur Getränke, sondern auch Pommes mit (Veggie-)Currywurst. Das gehört ja wohl zu einem Biergartenaufenthalt wie die Klingel zum Fahrrad :-)

Viel Platz - die Weserterrassen bieten ziemlich vielen Durstigen und Hungrigen Platz mit Blick auf den Fluss.

Viel Platz – die Weserterrassen des Café Überblick bieten ziemlich vielen Durstigen und Hungrigen Platz mit Blick auf den Fluss.

Schon hier, im zweiten Biergarten, brechen wir unsere Regel und bestellen noch eine zweite Runde Getränke. Pommes und Wurst haben leider etwas auf sich warten lassen und ein fünfter Begleiter ist zu uns gestoßen. Der soll natürlich nicht auf dem Trockenen sitzen.

Ab ins Parzellengebiet

Durchs Parzellengebiet führt uns der Weg zum Leierkasten. (Wer nördlich der Gleise landet, kann auch einfach "Im Stillen Frieden" einkehren.)

Durchs Parzellengebiet führt uns der Weg zum Leierkasten. (Wer nördlich der Gleise landet, kann auch einfach Im Stillen Frieden einkehren.)

Gegen 21 Uhr brechen wir auf zu unserem Endziel. Nach kurzer Routen-Diskussion fahren wir schließlich weiter am Osterdeich entlang, biegen in die Stader Straße ein und lassen uns den Deich ganz hinunterrollen, bis hinter die Bismarckstraße. Hier, kurz vor der Zugbrücke, geht es links in eine Kleingartenkolonie. Das ist ein bisschen versteckt, aber zum Glück weist uns ein großes Schild unseren Weg: „Leierkasten“. Genau da wollen wir hin. Nach ein paar Minuten durch das Parzellengebiet, öffnet sich rechter Hand der Weg. Unter riesigen Bäumen stehen Biertische und -bänke, bunte Lichterketten tauchen alles in ein ruhiges Licht, der Mond blinzelt durchs Blätterwerk und wir lassen uns zufrieden an einem der Tische nieder.

Die alten Bäume geben dem "Leierkasten" ein ganz geborgenes Ambiente.

Die alten Bäume geben dem „Leierkasten“ ein ganz geborgenes Ambiente.

Schnell sind wir uns einig, dass der „Leierkasten“ unserer Definition eines klassischen Biergartens am nächsten kommt. Licht und Bäume geben einem das Gefühl von Geborgenheit, die Züge, die hinterm Wirtshäuschen von Zeit zu Zeit vorbeirauschen verstärken in mir das Sehnsuchtsgefühl, kurz bilde ich mir ein, dass ich mit meinen Freunden im Urlaub in südlicheren Gefilden unterwegs bin. Dann fällt mir wieder ein, dass wir immer noch in Bremen sind. „Ein Traum“, denke ich, „wenn man in der Heimat so günstig an wohltuenden Urlaub kommt.“

Weitere Biergärten

Ausflug ins Grüne. Ein Besuch im "Haus am Walde" lässt sich hervorragend mit einer Radtour kombinieren.

Ausflug ins Grüne. Ein Besuch im Haus am Walde lässt sich hervorragend mit einer Radtour kombinieren.

Unsere kleine Tour zeigt natürlich nur einen kleinen Ausschnitt der Bremer Biergartenkultur. Man findet sie in alle Himmelsrichtungen verteilt. Manche sind etwas versteckt, andere ganz offensichtlich. Einige entsprechen eher der klassischen Definition eines Biergartens, andere sind im Grunde einfach Open-Air-Kneipen.

Die Waldbühne lockt am Rande des Bürgerparks mit sommerlichem Biergarten-Ambiente.

Die Waldbühne lockt am Rande des Bürgerparks mit sommerlichem Biergarten-Ambiente.

Wenn sich im Sommer das Freizeitleben nach draußen verlagert, liegt es ja nahe, auch gesellige Kneipenabend einfach an die frische Luft zu verlegen. Ich kann nur empfehlen, immer die Augen offen zu halten. Dann entdeckt man wahre Erholungsorte inmitten der Stadt.

Ein letztes Anstoßen: Im Leierkasten ging unsere kleine Biergarten-Tour zuende. Es wird wohl nicht lange dauern bis zur "Biergarten-Tour 2.0".

Ein letztes Anstoßen: Im Leierkasten ging unsere kleine Biergarten-Tour zuende. Es wird wohl nicht lange dauern bis zur „Biergarten-Tour 2.0“.

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