Die Welt zu Gast in Bremen – The rain can’t stop us!

Wir können nicht behaupten, wir hätten es nicht gewusst. Er hatte uns vorgewarnt – und wir hatten die Chance, uns vorzubereiten. Seit 21 Jahren protokolliert der ältere Herr das Bremer Wetter ganz genau – und an diesem zweiten Maiwochenende hatte es bislang noch JEDESMAL geregnet. Das hatte er seinem Sohn, dem Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale, auch erzählt, als dieser ihm stolz verkündet hatte, dass der bedeutende Germany Travel Mart (GTM) nach 18 Jahren wieder nach Bremen kommen würde. Wir waren stolz wie Oskar, dass Bremen erneut Austragungsort dieses weltweit bekannten Workshops werden sollte, und wollten die Stadt natürlich im besten Licht (im Sonnenlicht!) präsentieren. Daumen wurden gedrückt und Wettergötter beschworen, aber es half nichts, der ältere Herr sollte recht behalten und nun lässt sich so manch schöne Anekdote mit diesem hin und wieder feuchten aber in jedem Fall fröhlichen GTM verbinden.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Das sagen sich vermutlich auch gerade die 1.200 Teilnehmer des 40. GTM, der vom 11. bis 13. Mai hier in Bremen stattgefunden hat. Eine Veranstaltung der Superlative. Tatsächlich. Denn noch nie kamen zum Beispiel so viele internationale Journalisten zu dieser weltweit wichtigsten Verkaufsveranstaltung des Deutschlandtourismus. 130 Medienvertreter, aus Bahrain und Barbados, aus Israel und Italien, Austria und Australien, USA und Ungarn. Dazu kamen noch einmal 600 internationale Key Account Manager aus 43 Ländern sowie 340 deutsche Aussteller, die auf diesem Workshop ihre Angebote dem internationalen Publikum präsentieren konnten.

Schon seit über einem Jahr waren die Mitarbeiter der Bremer Touristik-Zentrale gemeinsam mit dem Veranstalter, der Deutschen Zentrale für Tourismus, mit den Vorbereitungen beschäftigt, sollte die Stadt doch ihre Schokoladenseiten zeigen. Und auch Bremerhaven war mit von der Party, die Schwesterstädte waren Partner in dieser großen Aktion. Vielseitigkeit, aber in jedem Fall regenfest, war das Motto. Doch was sollte bloß alles zum Programm gehören, was sollten die Höhepunkte sein? Stadtmusikanten! Das war schon mal klar, denn immerhin sind die vier Sympathieträger und bekannt auf der ganzen Welt.

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Kunst Kultur durften auf keinen Fall fehlen, historische Architektur, Innovatives wie die Wissenswelten – denn Bremen überrascht – und natürlich die maritime Seite, die Bremerhaven mit seinen Angeboten in den Havenwelten wunderbar hervorheben konnte.

Und dann auf jeden Fall Geschichten, Geschichten, Geschichten. Denn nichts bleibt so sehr im Gedächtnis wie eine gute Story. Und so wurde erzählt, von den Stadtmusikanten über die sieben Faulen, von Gräfin Emma bis William Shakespeare (ja, auch der hat seine Berechtigung hier in Bremen!)

Ein GEFÜHL von Bremen wollten wir vermitteln. Wie ticken die Bremer? Warum ist Gastfreundlichkeit hier seit Hunderten von Jahren selbstverständlich. Und vor allem: Wie schaffen es die Hanseaten trotz Schmuddelwetter immer locker und freundlich zu bleiben? Tja, sie sind halt sturmerprobt, in jeder Hinsicht. Immer frei nach dem Motto: „Kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“. Und siehe da, die Teilnehmer des Workshops machten lächelnd mit:

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Ein Gast aus China zitierte prompt ein Sprichwort seiner Heimat: „Regen im Frühling ist kostbar wie Öl.“ So kann man es eben auch sehen!

Los ging es mit einem „Pre-Opening“ (Anglizismen beherrschten übrigens die internationale Veranstaltung) im Universum. Hier verzauberten die Wissenswelten mit Kostproben vom exotischen Obstschnitzer über Seifenblasenkünstler bis hin zum Shantychor der Schulschiff Deutschland.

Am Sonntag kam dann mit großem Paukenschlag die offizielle Eröffnungsfeier, die natürlich in „der guten Stube“ Bremens, also rund um den Marktplatz stattfand. Noch immer bei strömendem Regen. Aber wen kümmert’s, wenn man eine solch gemütliche Location hat, denn so wurde zum Beispiel der komplette Bibelgarten zwischen Glocke und Dom mit Zelten überdacht und die als Stadtmusikanten verkleidete Sambatruppe von Janine Jäggi heizte kräftig ein

Im Bibelgarten geht's heitß her!

Im Bibelgarten geht’s heitß her!

Zum Auftakt spielten im großen Saal die Bremer Philharmoniker – passenderweise auch eine schmissige Polka von Johann Strauss mit dem Titel „Unter Blitz und Donner“! Ein neu produzierter Film über Bremen und Bremerhaven begeisterte die Teilnehmer (hier wurden natürlich in erster Linie Aufnahmen im strahlenden Sonnenschein gezeigt!) und William Shakespeare persönlich erklärte den verdutzen Teilnehmern: „Bremen überrascht“. Dass Bremen nicht nur eine der wichtigsten Raumfahrtmetropolen Europas ist, sondern auch die Stadt, in dank der bremer shakespeare company die meisten Stücke des alten Meisters in Kontinantaleuropa gezeigt werden, waren nur einige der wirklich wahren Geschichten, die hier erzählt wurden.

Gute Stimmung und große Gefühle in der Glocke

Gute Stimmung und große Gefühle in der Glocke

Mit donnerndem Applaus bedankten sich die 1.200 Teilnehmer für den gelungenen Start und strömten anschließend in die festlich gedeckten Säle der Glocke, ins Rathaus und in die Bürgerschaft, um Bremens Schmuckstücke hautnah zu erleben. Allerorten hörte man „Oooh“‘s und „Aaaah“s und sah Hunderte gezückter Kameras.

Die Welt schaut auf Bremen

Die Welt schaut auf Bremen

Sogar ein eigener Mini-Freimarkt war auf dem Marktplatz für die Gäste aus Nah und Fern aufgebaut worden. Kostenlos gab‘s Bremer Köstlichkeiten von Schmalzkuchen und Fischbrötchen bis hin zu Beck’s und Ratskellerwein. Und es regnete und regnete und regnete … Doch plötzlich konnte man einen Teilnehmer hören, der sagte: „Bremen ist wunderschön. Und wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus.“

Ein Mini-Freimarkt im Mairegen - der GTM macht's möglich

Ein Mini-Freimarkt im Mairegen – der GTM macht’s möglich

Doch Petrus hatte tatsächlich ein Einsehen und fünf Minuten vor dem großen Finale – einer spektakulären Lasershow auf der Domfassade – riss der Himmel auf. Sterne und ein großer Vollmond kamen zum Vorschein. Es war fast magisch! Unter der donnernden Musik mit dem Titel „We are golden – we’re the stars“ wurden Bremens schönste Seiten mit bunten Lichtbögen auf das altehrwürdige Gebäude gezeichnet.

Festliche Stimmung vor dem Dom - gleich geht's los mit der Lasershow ...

Festliche Stimmung vor dem Dom – gleich geht’s los mit der Lasershow …

We are golden - Bremen zeigt sich von seiner besten Seite

We are golden – Bremen zeigt sich von seiner besten Seite

Der Kern des GTM, der Workshop, begann dann am Montag. Neben einer Pressekonferenz mit 130 Journalisten im Swissôtel fand in Messehalle 5 eine Art touristisches Speed Dating statt. So hatten die deutschen Anbieter und internationalen Einkäufer bereits vor Beginn der Veranstaltung knapp 13.000 Gesprächstermine vereinbart. In kleinen Nischen präsentierten die deutschen Anbieter ihre Produkte jeweils einem internationalen Reiseveranstalter. Alle zwanzig Minuten ertönte über die Lautsprecher eine freundliche Frauenstimme: „Please change your counterpart“ … und weiter ging‘s zum nächsten Anbieter. So macht man Geschäfte, so sollte es sein.

"Please change your counterpart" - Workshop in der Messehalle 5

“Please change your counterpart” – Workshop in der Messehalle 5

Interaktiv in jeder Hinsicht - ob mit 130 Journalisten bei der Pressekonferenz oder anschließend im Workshop

Interaktiv in jeder Hinsicht – ob mit 130 Journalisten bei der Pressekonferenz oder anschließend im Workshop

Bremen, Bremerhaven und das Deutsche Küstenland zeigten sich im vollen Glanz mit interaktiven Infostationen, gemütlichen Erholungsinseln, leckerem Essen und spannenden Angeboten für die Einkäufer. Und natürlich handelte es sich bei der gesamten Veranstaltung um ein Green Meeting, bei dem auf Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung viel Wert gelegt wurde. Sogar eine Tour durch das „Grüne „Bremen“ mit botanika, Bürgerpark und Blockland wurde für die Journalisten angeboten. Für ein dickes Schmunzeln sorgte die What’s App-Nachricht einer Kollegin, die von der Bootstour im Bürgerpark das folgende Bild mit der Unterschrift „That’s why they call it ‚Green Bremen‘ Tour” postete:

"That's why they call it 'Green Bremen Tour'" ;-)

“That’s why they call it ‘Green Bremen Tour'” ;-)

Zum Glück führten die den Workshop begleitenden Touren auch in trockene Locations wie das Geschichtenhaus, den Fallturm oder zur Raumfahrtführung bei Airbus. In der Böttcherstraße durfte ich eigens für die begeisterten Teilnehmer mit einer Fernbedienung das Glockenspiel starten und sogar der Bremer Kaffeebaron Ludwig Roselius beehrte uns mit einem Besuch (ja, die shakespeare company kann auch so etwas! Toll war’s!)

Bremen historisch - internationale Journalisten auf Tour durch die Innenstadt

Bremen historisch – internationale Journalisten auf Tour durch die Innenstadt

Und hier noch eine weitere schöne Regenanekdote: Einer der Teilnehmer sah unsere bedröppelten Gesichter angesichts des erneuten Regens, stellte sich aufrecht vor uns hin und sagte: „Wissen Sie, was ich an Bremen besonders liebe? Diese unglaublich frische Luft und dieses bezaubernde Wolkenspiel. Wissen Sie nicht, dass jeder Tropfen aus dem Himmel ein Geschenk Gottes ist?“. Er kam aus dem Wüstenstaat Dubai – so unterschiedlich können Prioritäten sein.

Und am letzten Tag des GTM bewahrheitete sich der Spruch: „Es kann noch so lange regnen, einmal geht dem Himmel doch das Wasser aus.“ Und tatsächlich, der kleine Freimarkt auf dem Marktplatz erstrahlte im hellen Licht. Eine Journalistin aus Israel drehte sich um und sagte: „ Ist es nicht so? Nach dem Regen scheint die Sonne besonders hell!“ Und sie hatte recht. Ich glaube, unsere 1.200 Teilnehmer gingen mit einem Stück Sonne im Herzen zurück in ihre Heimat und erzählen dort vom besonderen Charme unserer rauen aber stets herzlichen Hansestadt. Schön war’s!

Nach dem Regen scheint die Sonne besonders hell!

Nach dem Regen scheint die Sonne besonders hell!

 

 

 

 

 

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