Etwas Bremisches zu Weihnachten (mit Rezept!)

„Bitte liefern Sie uns ein Rezept für eine klassische Bremer Spezialität!“ Hm, der Wunsch der niederländischen Zeitschrift war klar formuliert. Die Redakteure wollten einen Bericht über die Hansestadt bringen – was uns sehr freute – und sie wollten ihn durch einen praktischen Tipp für ihre Leser anreichern – was uns natürlich auch freute, aber doch vor eine kleine Herausforderung stellte. Wir haben Unmengen von Texten über Stadtmusikanten, Roland, Weser und Co., doch ein einziges Rezept mit genauen Mengenangaben zu finden – Fehlanzeige. Und wovon denn überhaupt? Womit wollten wir die Gäste locken? Kohl und Pinkel etwa, eine Spezialität, die schon vom Namen her nicht gerade dazu beiträgt, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft – zumindest nicht, solange man es noch nicht gegessen hat. Knipp? Kluten? Labskaus? Im gemeinsamen Brainstorming wurde dann klar – es kann nur der Klaben sein.

Im Prinzip ähnelt der Bremer Klaben dem Weihnachtsstollen – deshalb passt dieser Blogbeitrag natürlich auch sehr schön in die beginnende Vorweihnachtszeit. Aber eigentlich wird Klaben Bremen das ganze Jahr über gegessen.

So, nun war das Objekt der Begierde gefunden, doch wir hatten noch immer kein Rezept. Einfach kopieren ging natürlich aus urheberrechtlichen Gründen nicht. Also haben wir aus den verschiedenen Rezepten, die wir gefunden haben, selbst eines gebastelt, das uns besonders lecker erschien. Aber dafür fehlte noch der Praxistest. Der Abgabetermin der holländischen Zeitung rückte näher und wir gerieten mächtig Zeitnot. Bis plötzlich eine Kollegin aus der Kongressabteilung zur Hilfe eilte. Sie berichtete, dass ihr Mann gerne bereit sei, noch am selben Abend einen Klaben nach unserem Rezept zu backen. Ein Geschenk des Himmels.

Und als sie dann prompt am nächsten Tag mit dem frischen Backwerk erschien, war klar: Das Rezept – und die praktische Umsetzung – war klasse geworden. Testesser aus den unterschiedlichsten Abteilungen können das bestätigen. Also: Ganz herzlichen Dank an Gunnar, der uns mit seiner spontanen Aktion so sehr geholfen hat und dem wir nun das Wort gönnen, damit er uns aus erster Hand von seinen Erfahrungen berichten kann. Und guten Appetit an alle, die die Bremer Spezialität nachbacken möchten (das komplette Rezept findet ihr am Ende von Gunnars Beitrag):

„Ich habe ja schon so einige Kuchen gebacken. Dieser Wunsch meiner Frau war neu!

Eines Nachmittags beauftragte mich die Bremer Touristik-Zentrale, also meine Frau – denn da arbeitet Sie, ein eigen kreiertes Rezept zu testen: den Bremer Klaben. Gesagt getan!

Also ging ich einkaufen und los ging es.

Mehl, Zucker, Rosinen und vor allem Kardamom - das Rezept für bremer Klaben ist im Prinzip leicht nachzumachen.

Mehl, Zucker, Rosinen und vor allem Kardamom – das Rezept für bremer Klaben ist im Prinzip leicht nachzumachen.

So wird es gemacht:

Als erstes müsst ihr Mehl, Milch, Zucker, Vanillezucker, Butter, Hefe, Salz, Zitronenschale und den Kardamom in eine große Schüssel geben und mit einem Knethaken schön durchkneten.

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Wichtig! Den Backofen mit 60 Grad anheizen! (Davon habe ich jetzt kein Foto gemachtJ), abschalten und dann den zugedeckten Hefeteig im Backofen aufgehen lassen.

Dann den Teig erneut durchkneten.

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… und die restlichen Zutaten hinzufügen

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Dann den Teig ruhen lassen – bis er aufgegangen ist (etwa eine halbe bis eine Stunde).

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Jetzt den Teig in eine gefettete Kastenform geben und bei 170 Grad ca. 1 Stunde backen. (Ihr könnt ihn auch noch mit Eigelb glasieren)

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FERTIG und servierfertig! Eigentlich sollte man diesen Klaben ca. drei Wochen dunkel und in einem Baumwolltuch liegen lassen, damit er ordentlich durchgezogen ist!

Aber meine Frau, Ihre Kollegen und ich waren schnell dabei – Einfach lecker!“

Euer Gunnar

Und hier das BTZ- Bremer Klaben-Rezept (selbst erdacht,getestet und mit handschriftlichen Notizen versehen). Mahlzeit!:

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Als pdf könnt ihr das Rezept hier herunterladen: Rezept Bremer Klaben.

Und weitere typisch bremische Leckereien findet ihr auch auf unserer Website. Schreibt uns doch mal, wenn ihr etwas nachgekocht oder gebacken habt!

Ein Kommentar zu “Etwas Bremisches zu Weihnachten (mit Rezept!)

  1. Elimar Hackmann says:

    Anstatt Zitronat sollten Sie besser und verständlicher SUKKADE schreiben – sie ist nämlich ein GANZ wesentlicher Beitrag zum typischen Geschmackserlebnis und macht auch optisch sehr viel aus!

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