Viel Lärm um Jazz: 10 Jahre „Jazz On Board“

Die zehn Kerzen auf dem Geburtstagskuchen brennen lichterloh, der Saal im Theaterschiff ist bis auf den letzten Steh- und Sitzplatz gefüllt – kein ganz normaler Montagabend, denn heute feiert die Veranstaltungsreihe „Jazz On Board“ ihr zehnjähriges Jubiläum. Und ich setze mich an die Bar und gebe meine unbegabten Jazz-Ohren in die musikalischen Hände der Musiker rund um Gastgeber Dirk Piezunka.

Ein Geburtstagskuchen zum Jubiläum.

Ein Geburtstagskuchen zum Jubiläum.

Zehn Kerzen für Glückseligkeit

Bevor es mit dem Jazz beginnt, darf Dirk Piezunka mit seinen Kollegen die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen auspusten. „Danke Dirk“ steht dort in roter Zuckerschrift geschrieben. Ein Stammgast hat den Kuchen gebacken und die vielen Besucher mitsamt der Wohnzimmer-Atmosphäre zeigen, dass hier eins zum anderen kommt: Eine richtig gute Idee für eine Veranstaltungsreihe und eine Menge glücklicher Jazz-Begeisterter, die den Konzerten die Treue halten.

Es geht heiß her: Dirk Piezunka und seine Lieblingsmusiker auf der Bühne.

Es geht heiß her: Dirk Piezunka und seine Lieblingsmusiker auf der Bühne.

Inspiriert wurde Gastgeber Piezunka beim Konzept zu „Jazz On Board“ von der Amsterdamer Jazz-Szene. „Ich wollte mich an dieser typisch niederländischen Art der Melodiebildung und der Akkordwahl orientieren, als ich die Idee zu „Jazz On Board“ hatte“, erklärt er mir kurz vor seinem Auftritt. Während seines Musik-Studiums in Hilversum und Amsterdam hatte er Gelegenheit, sich in der Szene dort umzuschauen.

Wo ist denn der Saxophonist? Im vollen Theatersaal kann man ihn glatt übersehen...

Wo ist denn der Saxophonist? Im vollen Theatersaal kann man ihn glatt übersehen…

Initiator Dirk Piezunka am Saxophon.

Initiator Dirk Piezunka am Saxophon.

Der Montagabend auf dem Fluss

Inzwischen ist der regelmäßige „Jazz On Board“-Montag bei freiem Eintritt zu einem Netzwerk-Termin für Jazz-Musiker und Jazz-Liebhaber geworden, der die hiesige Szene belebt und bestehende Kontakte warm hält. Die beliebten und gut besuchten Konzertabende haben sich in der norddeutschen Jazzszene längst etabliert.

Der Saxophonist Piezunka lädt Leute ein, die er kennt, mag und als Jazz-Musiker schätzt. So entstehen immer neue Arrangements, die die Besucher bei Atem halten und die Freude am Spielen und Improvisieren stets befeuern.

Gespielt werden hier in den verschiedensten Besetzungen Mainstream bis Modern, neben Standarts auch Eigenkompositionen und Bearbeitungen bekannter Songs. Der Montagabend stellt sich für die Berufsmusiker als idealer Termin heraus – denn meistens arbeiten sie an den Wochenenden und können sich so freie Zeit für den Jazz-Montag danach nehmen.

„Jazz ist wie eine Sprache“

„Jazz ist wie eine Sprache“, sagt Dirk Piezunka lächelnd. „Deswegen ist der Austausch zwischen den Musikern, zwischen den Instrumenten so wichtig“, ergänzt er. Dass dieser Austausch reibungslos und zugleich inspirierend funktioniert, beweist die Musik. An diesem Abend stellt er mit seinen Band-Kollegen Joe Dinkelbach (Piano), Jens Heisterhagen (Bass) und Christian Schönfeldt (Drums) einige Stücke seines neuen Albums „Monday by the Riverside“ vor.

Das Oberdeck des Theaterschiffs mit Blick über die Weser und zur "umgedrehten Kommode".

Das Oberdeck des Theaterschiffs mit Blick über die Weser und zur „umgedrehten Kommode“.

Die Anspielung zu „Jazz On Board“ ist unverkennbar… Ein Stück des neuen Albums gefällt mir besonders, „Oblivion“ – aber ich bin mir ganz sicher, dass dieser Montagabend nicht in Vergessenheit gerät. Als wir gehen, ist die Stimmung bestens, beim Gastgeber, bei den Musikern und auch bei den Gästen. Ein schöner Abend und eine gute Grundlage für zehn weitere erfolgreiche Jahre mit spontanem Jazz auf der Weser.

Schwarze und weiße Tasten - warten auf den Einsatz von Pianist Joe Dinkelbach.

Schwarze und weiße Tasten – warten auf den Einsatz von Pianist Joe Dinkelbach.

Das nächste Jazz-Highlight in Bremen: Das Kulturfestival Jazzahead

Das nächste Jazz-Highlight in Bremen: Das Kulturfestival Jazzahead

Jazz – mon amour

Für alle Jazz-Fans ist auch in diesem Jahr das Kulturfestival und die Musikfachmesse jazzahead das Highlight des Jahres. Hier trifft sich im April die internationale Jazz-Szene und nationale und internationale Bands spielen an vier Tagen über 40 Konzerte. Zudem findet am Samstag, 25. April die Clubnight an 27 verschiedenen Orten in Bremen statt. Ein heißer Tipp für eine sicherlich heiße Nacht. Partnerland ist in diesem Jahr übrigens Frankreich, c’est ça!

2015 gibt es für Musikliebhaber in Bremen eine ganze Reihe abwechslungsreicher und spannender Veranstaltungen. Neben regelmäßigen Terminen wie „Jazz On Board“ oder den Konzerten der HfK-Studierenden bietet die Hansestadt im nahenden Sommer zahlreiche Festivals und Konzerte unter freiem Himmel. Laut und bunt wird es sicherlich, behaupte ich mal, bei der Walpurgisnacht im Liluba (April), beim ersten Bremer Campus Festival (Mai) oder bei der traditionellen Breminale am Osterdeich (Juli). Viel Spaß!

 

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