Roland

Von Freigeistern, Freibeutern und Freihandel

Das kleine Wörtchen „Hanse“ ist natürlich in einer Stadt wie Bremen allgegenwärtig. Einst war Bremen Teil eines der mächtigsten Handelsbündnisse der Welt, das für sichere Handelswege und gemeinsame wirtschaftliche Interessen einstand. Aber was ist eigentlich von der Hanse geblieben? Welche Spuren lassen sich in Bremen ausmachen? Ich habe mich auf die Suche nach Hinweisen gemacht. (mehr …)

Happy Birthday, Mr. Liberty

Noch ganz schön knackig für sein Alter. Und doch: Die Freiheitsstatue der Bremer, das UNESCO Weltererbe, der Roland von Bremen feiert am 5. November schon seinen 610. Geburtstag!
Warum eigentlich am 5. November? So ganz genau weiß man das nicht, denn das eigentliche Geburtsdatum des historischen Helden ist unbekannt.

Am „Tag der wiedererstandenen Freiheit“ feierten die Bremer von 1813 bis 1863 am 5. November die Befreiung der Stadt von russischen Kosaken durch das napoleonische Frankreich. Die Rolandstatue galt als Symbol für Selbstbewusstsein, Freiheit und Selbstbestimmung der Bürger. Tanzende Mädchen legten jährlich Blumen am Fuße der Statue nieder, um der erkämpften Freiheit zu gedenken. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts lebte der Brauch für kurze Zeit wieder auf.

Noch längst nicht alle Bremer und Besucher wissen heute, dass die Statue zusammen mit dem Rathaus bereits seit dem Jahr 2004 zum UNESCO-Welterbe gehört. Um die Bedeutung des Rolands in Bremen zu stärken und auf seinen besonderen Status als UNESCO-Welterbe aufmerksam zu machen, lässt die Bremer Touristik-Zentrale (BTZ) seit 2008 jedes Jahr den alten Brauch wieder aufleben.

Der Roland zu Bremen - UNESCO Welterbe

Der Roland zu Bremen und sein wandelnder Geselle

Mit kostenlosen Führungen auf dem Marktplatz, einem Stelzenkünstler als Rolandstatue, Sekt für seine Namensbrüder und weiteren Informationsangeboten begeht die steinerne Statue als eine der ältesten und repräsentativsten ihrer Art feierlich ihren 610. Geburtstag, denn gebaut wurde sie 1404.

Für alle, die mehr über den Roland erfahren möchten, gibt eine Infotafel neben der Statue auf Deutsch und Englisch Auskunft über die Herkunft und Bedeutung der Statue. Am Infostand auf dem Marktplatz informieren Gästeführer zusätzlich über die Geschichte des Rolands und die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe.

Nach der altfranzösischen Dichtung „La Chanson de Roland“, die kurz nach 1100 entstand, war Roland ein Neffe von Kaiser Karl, dem Großen. In einem Gefecht gegen die Basken soll der Ritter das Heer Karls gerettet haben. Rolandstatuen als Standbild eines Ritters und als Symbol für Freiheit und Marktrechte findet man in vielen nord- und ostdeutschen Städten sowie in Brasilien und den USA. Der Bremer Roland jedoch war stilprägend für viele seiner europäischen Vettern und wird daher auch als Ahnherr dieser Figuren bezeichnet.

2004 verkündet das Welterbekomitee der UNESCO die Zugehörigkeit des Bremer Rathauses und des Rolands zum Welterbe der Menschheit. Eine Auszeichnung, die ihre Einzigartigkeit in der Welt dokumentiert, weil Roland und Rathaus „als außergewöhnliches Zeugnis für bürgerliche Autonomie und Souveränität stehen, wie sie im Laufe von Jahrhunderten in Europa entstanden. Und sie reflektieren in ihrer Symbolik bis heute den eigenständigen Status des Stadtstaates Bremen“, so heißt es in der offiziellen Begründung. 2010 wurden der Roland und das Rathaus auch auf eine 2-Euro-Gedenkmünze geprägt.

Na denn, Wohlsein, Mr. Liberty!

UNESCO Welterbe - der Roland und das Rathaus zu Bremen

UNESCO Welterbe – der Roland und das Rathaus zu Bremen