Vielfalt in der botanika

Vielfalt, Nachhaltigkeit, Permakultur – Begriffe, mit denen sich immer mehr Menschen auch in Städten beschäftigen. Zum Thema „Urban Gardening“ hat Theresa bereits das Projekt Lucie vorgestellt. Mich trieb hier zuerst aber ein ganz praktischer Gedanke, der mich zum Thema gärtnern gebracht hat: Was mache ich mit meinem schattigen Mini-Hofgarten?

Ohne grünen Daumen und gärtnerische Erfahrung war die Entscheidung nicht leicht. Entschieden habe ich mich dennoch für einen zugegeben etwas „wartungsintensiven“ Küchengarten. Damit hat die Fläche einen Nutzen, und mein täglicher Salat wird bereichert durch die verschiedensten Kräuter und Gemüse, alles in homöopathischen Dosen. Erst diese praktischen Erfahrungen bringen mich immer mehr dazu, über das Thema Nachhaltigkeit im Ganzen nachzudenken. Und nicht achtlos an den vielen essbaren Kräutern und Früchten im öffentlichen Raum vorbeizugehen.

Natürlich ist das auch prima für die Gesundheit, besonders für Büromenschen wie mich. Seitdem ich immer wieder das Wunderkraut Jiaogulan esse, fühle ich mich tatsächlich manchmal nahezu unsterblich. :-)

Mein Küchengarten - Urban Gardening in Reinkultur, eine Mini-Oase mitten in der Stadt

Mein Küchengarten – Urban Gardening in Reinkultur, eine Mini-Oase mitten in der Stadt

Heute morgen bei meiner Gartenienspektion ist mir eingefallen, dass es zu diesem Thema in der botanika eine Sonderausstellung gibt. Leider nur noch bis zum 7. September, aber wer diesen Beitrag zu spät liest dem sei gesagt, dass die botanika auch danach unbedingt einen Ausflug wert ist. „Nutze die Vielfalt – Vergessene Pflanzen“ heißt die Sonderausstellung.

Die Fläche erscheint nicht groß, aber auf dem Außengelände kann man sich sehr lange aufhalten, wenn man sich für die einzelnen Pflanzen interessiert. Sieht fast so aus wie in meinem Garten. Ich habe auch ein paar Blüten und Blätter probiert – ist doch Mundraub, oder? Ein Highlight war der Ostasiatische Riesenysop, oben im Beitragsbild zu sehen (mit den lila Blüten). Oder die Blüten der Flammenblume. Oder … ach, da gibt es so viel. Leider habe ich vergessen nach dem Chinesischen Gemüsebaum zu schauen, den ich mal verschenkt und dessen Blätter ich noch nie probiert habe. Kennt den jemand, schmeckt der?

Nutze die Vielfalt - Beispiele für vergessene Pflanzen und Tiere sowie Tipps für Permakultur in der botanika

Nutze die Vielfalt – Beispiele für vergessene Pflanzen und Tiere sowie Tipps für Permakultur in der botanika

Permakultur meint das Konzept, das der Natur und den Menschen eine nachhaltige ökologische, ökonomische und soeziale Lebensgrundlage sichern soll. Ziel ist ein sich selbst regulierendes System, in dem mit geringsten Eingriffen ein dauerhaftes Gleichgewicht geschaffen wird. In der Ausstellung werden vor allem für den Bereich der Landwirtschaft an passenden Stellen 12 Leitsätze dargestellt, die ganz praktischer Art sind. Ein Beispiel aus einem der Leitsätze:

Die Schnecken sollte man nicht als gefräßige Feinde sehen, diese kann man wunderbar den Enten zum Fressen geben. Eine gute Idee. Mir fällt persönlich aber nicht ein, wo ich auf meinen 30 qm noch Enten unterbringen soll. Na ja, aber dafür liegt ja der Werdersee mit vielen Enten vor der Tür, positives Denken ist gefragt.

Der Hintergrund ist aber natürlich ein ganz ernster. Wir alle müssen uns fragen wie wir mit den wenigen Ressourcen so umgehen, dass auch die nachfolgenden Generationen eine Zukunft haben. Jeder kann hierzu seinen Beitrag leisten, oft indem nur wenige Gewohnheiten geändert werden.

Im Mende-Haus befinden sich unzählige Tomaten- und andere Gemüsesorten, Chilis und vieles mehr. Einige Tomaten werden auch zum Probieren angeboten. Lecker!

Nutze die Vielfalt - Tomatenträume und andere Früchte im Mende-Haus der botanika

Nutze die Vielfalt – Tomatenträume und andere Früchte im Mende-Haus der botanika

Bei den Tieren waren nur die Bienen und Hummeln emsig, die anderen wirkten dagegen tiefenentspannt. So wie der Buddha, der in der botanika immer wieder ein Highlight ist. Wem das noch nicht reicht, der streichelt im Japanischen Garten noch ein wenig die Kois.

Liegender Buddha in der Bremer botanika

Liegender Buddha in der Bremer botanika

Die Ausstellung zusammen mit der botanika bietet also viel zum Nachdenken, zum Probieren, Sehen und Riechen, und ganz viel Entspannung. Ein perfekter Sonntagsausflug.

Und hier noch ein paar Tipps:

  • Wer die Pflanzen der Ausstellung spannend findet, der kann die meisten auch bei Rühlemann’s kaufen. Ein Paradies für Kräuterfans, denen die Experimente ein gewisses Geld wert sind. Es lohnt sich vor allem dort, wenn man ausgefallene Pflanzen sucht – einige der Pflanzen, die dort verkauft werden, kann man nämlich durchaus auch in städtischen Grünanlagen sammeln und zu Hause vermehren, zum Nulltarif.
  • Kulinarische Führungen durch die Wallanlagen bietet der Umweltbetrieb Bremen für Gruppen an. Etwa einmal jährlich gibt es auch einen offenen Termin, sogar kostenlos. In diesem Jahr hat dieser aber bereits stattgefunden. Es war spannend, kann ich sagen!
  • In den vielen Wissenswelten in Bremen und Bremerhaven gibt es einige Häuser, in denen das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle spielt. Neben der botanika ist hier vor allem das Klimahaus zu nennen.

Ein Kommentar zu “Vielfalt in der botanika

Kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht. Notwendige Felder sind markiert *