Mein Bremen: Mit dem Rad zum Wümmeblick

Der Frühling beginnt und ich kann es kaum erwarten, wieder mit dem Rad durchs Blockland zu radeln, schließlich auf ein kleines Bötchen zu klettern und am anderen Wümmeufer genüsslich einen Cappuccino zu schlürfen. So geht das nämlich, wenn man von der Stadt aus zum Restaurant „Wümmeblick“ gelangen möchte.

Obwohl ich erst einmal da war, ist es jetzt schon Tradition: Einmal im Jahr ist eine Fahrt zum Restaurant Wümmeblick am Höftdeich Pflicht. Es ist einfach zu schön dort, um nicht immer wiederzukehren. Zum Ende des Sommers  im vergangenen Jahr schwinge ich mich an einem Sonntag mit meiner Begleitung auf die Räder.

Die Weiten des Blocklands

Es ist ein herrlicher Spätsommertag. Noch einmal lässt die Sonne alles in kräftigen Farben erscheinen. Doch im Grün liegt schon ein Hauch herbstlicher Bräune. Das stelle ich zumindest bei unserer Fahrt durch den Bürgerpark in Richtung Norden fest. Längst ist das satte Grün des Sommers einem dunklerem Blattton in den Bäumen gewichen. Dennoch ist es warm und wir genießen den seichten Fahrtwind. Über den Kuhgrabenweg gelangen wir auf den südlichen Wümmedeich und biegen nach links ab. Linker Hand liegt jetzt das Blockland in Richtung Stadt, rechter Hand schlängelt sich die Wümme in ihrem tief gelegenen Flussbett. Vorbei an der Pusta Stube und dem Hof Kaemena, dessen hausgemachtes Speiseeis im Sommer unzählige Schleckermäuler anlockt, vorbei an reetgedeckten Höfen, Backsteinbauten und Fachwerkhäusern radeln wir eine ganze Weile in Richtung Westen. Dann verrät uns rechts am Fuße des Deichs ein großes, rot-weißes Schild, dass wir fast am Ziel sind.

Ein Schild weist Ankömmlingen den Weg.

Ein Schild weist Ankömmlingen den Weg.

Der Blick zurück: Vom Wümmedeich aus geht es in die grüne Lunge der Uferbüsche.

Der Blick zurück: Vom Wümmedeich aus geht es in die grüne Lunge der Uferbüsche.

Ab ins Dickicht

Der Pfeil auf dem Wegweiser zeigt mitten ins grüne Dickicht, das an dieser Stelle in einem breiten Streifen die etwas zurück gelegene Wümme rahmt. Wir schließen unserer Räder am Schild an und machen einen kleinen Trampelpfad aus, dem wir nun folgen. Nach wenigen Metern durch hohes Buschwerk gelangen wir ans Flussufer, von dem aus ein schmaler Metallsteg auf eine schwimmende Plattform führt. Gegenüber ist der Bootsanleger, dahinter machen wir ein großes Haus mit noch größerem Garten aus, aus dem bereits sonntagnachmittagliches Kaffeekuchengeschirrgeklapper dringt.

Nach einem kurzen Weg durchs Unterholz gelangt man auf die schwimmende Haltestelle.

Nach einem kurzen Weg durchs Unterholz gelangt man auf die schwimmende Haltestelle.

Eine Seefahrt, die ist lustig

Jetzt kommt das eigentliche Highlight unseres Ausflugs: Wir bimmeln an der Glocke, die recht präsent am Steg angebracht ist und tatsächlich kommt nach einigen Minuten ein Mann auf der anderen Uferseite an den Anleger, steigt in das Motorbötchen und kommt zu uns herüber gefahren. Für einen Euro pro Nase bringt er uns auf die andere Seite.

Das kleine Bötchen wartet auf Passagiere - die weiße Ente auch.

Das kleine Bötchen wartet auf Passagiere – die weiße Ente auch.

Nach einer ausgiebigen Pause im Garten des Restaurant „Wümmeblicks“ lassen wir uns wieder per Boot ans andere Ufer der Wümme schippern. Diesmal sind noch zwei weitere Passantinnen mit ihren Rädern dabei, denn das Boot hat auch eine Vorrichtung, mit der Räder über den Fluss gebracht werden können (gegen Aufpreis). Auf der Rücktour weiß ich bereits, dass ich wieder kommen werde! Am besten jedes Jahr mindestens einmal. Ich muss schon sagen: Genau für diese kleinen Geheimtipps und Besonderheiten lebe ich von Tag zu Tag lieber in Bremen.

Die Wümme mäandert durchs Blockland und ist die Grenze zwischen Bremen und Niedersachsen.

Die Wümme mäandert durchs Blockland und ist die Grenze zwischen Bremen und Niedersachsen.

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