Von Stadtmusikanten, Piraten & spannenden Experimenten – ein Wochenende in Bremen mit kleinen Kindern

„Mama, warum entstehen eigentlich Wellen?“ „Und Mama, warum ist das Meer manchmal da und manchmal nicht?“ „Und warum gewittert es?“… Na, Hand aufs Herz: Wer kann das spontan fundiert aber vor allem kindgerecht erklären? Mmmh, mal kurz im Gedächtnis gekramt. Irgendwie haben wir das doch damals im Bio-, Physik oder Chemieunterricht gelernt … Gefühlt ist das allerdings 100 Jahre her. Da hilft nur eins. Familie einpacken und ab ins Universum Bremen. Irgendwo dort werden wir die passenden Antworten schon finden, oder?

Das Universum lädt zu spannenden Entdeckungen ein – auch für kleinere Kinder geeignet.

Keine Angst vor Wissenschaft im Universum

Staunend stehen die Kinder vor der riesigen Kugelbahn im Bereich „Technik“ und drängeln sich um die Knöpfe für die Steuerung. „Die Kugel soll einen Looping machen“ ruft die Motte.
„Neeeein, nach oben“ quakt die Minimotte. Der Floh macht keine großen Worte, schiebt einfach seine Schwestern beiseite und übernimmt das Steuer. Mit einem Strahlen im Gesicht beobachtet er, wie die Kugel die Treppen hoch und wieder runter düst. Und gleich nochmal … Kinder für naturwissenschaftliche, physikalische und technische Zusammenhänge zu begeistern fällt im Universum Bremen nicht schwer. Schließlich darf alles angefasst und selbst ausprobiert werden. So wird spielerisch Wissen vermittelt und bleibt damit automatisch im Gedächtnis. Drei Themenbereiche gibt es dazu zu entdecken: „Technik“, „Mensch“ und „Natur“. Und gleich vorweg: nehmt Euch mindestens einen ganzen Tag Zeit, denn es gibt viel – wirklich sehr viel – zu sehen.

Die riesige Kugelbahn fasziniert große und kleine Besucher.

Sogar die Allerkleinsten können sich schon für die Ausstellung begeistern. Hingebungsvoll bauen die Zwillinge einen Turm aus Magneten. Sie verstehen noch nichts von Anziehungskraft und sind trotzdem fasziniert, dass die kleinen Steinchen nicht wieder herunterfallen, wenn sie sie auf ihr Bauwerk legen.

Bauen mit Magneten – da machen auch die Kleinsten mit!

Die Motte testet derweil wie sich die Muskeln im menschlichen Körper bewegen. Das funktioniert mithilfe eines Fahrradfahrers. Wer bringt den Radfahrer zum Treten? Vier Knöpfe – Rot, Gelb, Grün und Blau – hat man dabei zur Auswahl. Gar nicht so einfach. Erst fährt er rückwärts, dann geht´s gar nicht voran. Schließlich hat sie es doch geschafft und blickt triumphierend in die Runde. Aber wir wollen nun endlich wissen, wie Wellen entstehen. Also ab in den Themenbereich „Natur“. Dort kann man nämlich selbst Wellen erzeugen. Die Zwillinge legen gleich Hand an und wir müssen lachen. Zu süß sieht es aus, wenn die beiden Zwerge den riesigen „Wellensimulator“ in Bewegung bringen. Auch Wolken machen und „Blitze fangen“ in der großen Glaskugel macht den Kindern Spaß.

Wir lernen wie ein Tornado entsteht, wie man Strom erzeugt und warum es Ebbe und Flut gibt. Und wie wunderschön ein Wassertropfen in Großaufnahme aussieht. Den kann man nämlich hier im freien Fall fotografieren. Am Erdbebensofa bleiben wir stehen und schauen eine Weile zu. Man nimmt auf einem Sofa Platz und erfährt hautnah und sehr realistisch, wie sich drei der größten Erdbeben anfühlten. Aber die Kinder haben Angst und wollen nicht. Wir Erwachsenen hätten es gern ausprobiert, aber die Schlange ist zu lang, also verzichten wir. Auch den Dunkelraum lassen wir aufgrund der langen Wartezeit aus. In diesem muss man sich in völliger Dunkelheit zurechtfinden. Wer Zeit hat, sollte sich das nicht entgehen lassen. Ich habe schon einmal eine Ausstellung, die die Welt blinder Menschen simuliert, in völliger Dunkelheit besucht. Ich kann versprechen: es ist etwas, dass Ihr nicht vergessen werdet und eine wahnsinnig bereichernde Erfahrung.

Über 300 Ausstellungsstücke und Experimentierstationen gibt es im Universum Bremen zu entdecken. Und dazu noch einen 5000m² großen Außenbereich mit riesigem Wasserspielplatz
und Aussichtsturm. Wir haben lange nicht alles geschafft, obwohl wir fast einen ganzen Tag dort waren. Egal. War man einmal hier, will man sowieso immer wieder kommen. Denn
schließlich lernt man nicht nur als Kind, sondern auch als Erwachsener nie aus.

Mensch, Natur und Technik gibt es im Universum zu entdecken.

Piraten an der Weser??

So viel Wissen macht hungrig. Aber jetzt in ein normales Restaurant – nö, dazu haben die Kinder keine Lust! Bei der Aussicht auf einen großen Pfannkuchen auf einem echten Piratenschiff aber beginnen die Augen zu leuchten. Echt? Ein Piratenschiff in Bremen? Ja, das gibt es. Die Admiral Nelson liegt fest vertäut direkt an der Schlachte – Bremens historischer Uferpromenade. Aber keine Angst, hier gibt es keine wilden Freibeuter, die nach unserem Eigentum trachten. Stattdessen servieren sie lieber riesengroße und megaleckere herzhafte und süße Pfannkuchen, die samt Augenklappe und Luftballons an den Tisch kommen. Die Kinder sind völlig aus dem Häuschen. Und auch wir verlassen am Ende pappsatt das Segelschiff.

Mjam! Leckere Pfannkuchen werden auf dem „Piratenschiff“ Admiral Nelson serviert.

Sightseeing im Schnelldurchlauf

Nach all dem Kinderprogramm wollen wir Eltern nun aber wenigstens noch ein bisschen etwas von Bremen sehen. Eine lange Sightseeing-Tour ist natürlich nicht drin. Aber zumindest ein
Bummel durch Bremens ältestes Stadtviertel, den Schnoor und ein Besuch bei den berühmten Bremer Stadtmusikanten muss sein. Wer seine Hände am Huf des Esels reibt soll nämlich eine
große Portion Glück mit auf den Weg bekommen. Und Glück braucht ja bekanntlich jeder.

Guckuck – auf Augenhöhe mit den Bremer Stadtmusikanten.

Die Bronzefigur der Stadtmusikanten stehen gut sichtbar vor dem Rathaus, ist aber viel kleiner als wir dachten. Viele Touristen drängeln sich um die vier tierischen Gesellen, aber jeder nimmt Rücksicht und so bekommen wir alle irgendwann ein schönes Erinnerungsfoto. Auf dem Weg zur Schnoor erzählen wir den Kindern dann noch einmal das berühmte Märchen der Bremer Stadtmusikanten. Und müssen schmunzeln: seit wie vielen Generationen Eltern wohl ihren Kindern diese Geschichte erzählen? Auf der Schnoor reihen sich die Häuschen wie an einer Schnur aneinander – und wir sind ganz verzückt von den hübschen kleinen Gässchen und historischen  äuserfassaden. Viele kleine bezaubernde Kunstgewerbelädchen laden zum Stöbern ein – man nimmt also besser viel Zeit mit. Das stundenlange Shopping fällt mit kleinen Kindern wie unseren leider aus. Macht aber nichts – man kann ja noch mal ohne Kinder wiederkommen.

Toben & Tiere gucken im Bürgerpark

Am Sonntag haben wir eine ausgiebige Spielplatzrunde im Bürgerpark eingeplant. Insgesamt gibt es auf dem riesigen, wunderschönen Parkgelände 4 tolle Spielplätze und sogar ein kleines
Steichelgehege mit Damwild, Ziegen, Schafen, Schweinen und Meerschweinchen. Leider wurden wir nach einer guten Stunde Toben an der frischen Luft vom Regen überrascht. Es goss wie aus Kübeln, innerhalb von Minuten waren wir pitschnass bis auf die Knochen und so fiel der Rest des Tages buchstäblich ins Wasser.

Klettern erlaubt! Der Bürgerpark bietet mit Spielplätzen, Bootsverleih, Minigolf etc. viele Alternativen für Familien.

Gegen Mittag traten wir daher – nach einer kleinen Stärkung mit Kuchen & Kakao – die Heimreise an. Mit dem festen Vorsatz: ganz bald geht´s wieder nach Bremen. Schließlich gibt
es noch genug zu entdecken. Das Bremer Geschichtenhaus zum Beispiel, oder das Überseemuseum. Und mit Glück scheint beim nächsten Mal dann auch die Sonne!

„Hallo? Wir möchten bitte unseren nächsten Bremen-Urlaub buchen.“ ;-)

 

Ein Gastbeitrag von Anna Volkenborn – Blog: Familie Motte

Zur Autorin: Anna (39 Jahre alt) ist Mama, Bloggerin, gelernte Hotelkauffrau aber mittlerweile aus der Gastronomie ausgestiegen, gebürtige Rheinländerin aber mittlerweile echtes Nordlicht, Reiselustige, Genießerin, Bücherwurm, Filmfreak, liebt Elefanten und ist neugierig auf alle schönen Dinge des Lebens … Gemeinsam mit der Familie (das sind: Papa Motte, die Motte (*01/2012), die Zwillinge Minimotte und Floh (*07/2015) und sie) lebt sie in Hamburg – Familie Motte ist auch viel unterwegs, denn sie lieben Reisen und Ausflüge. Ihren Blog hat sie im März 2014 genau deshalb ins Leben gerufen: um all´die wunderschönen Erlebnisse mit meinen Kindern festzuhalten und um zu zeigen, dass man auch mit drei kleinen Kindern tolle Reisen und Ausflüge unternehmen und mobil bleiben kann. Denn die Zeit in der sie klein sind geht doch so schnell vorbei und es gibt so viel zu entdecken!

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