Meine Bremen-Welt von oben

Jedes Mal, wenn ich im Flieger sitze, schaue ich mir gebannt Bremen von oben an. Eine Rundum-Sicht gibt es dabei aber nicht. Also entschloss ich mich, die Gegend mal ohne Sicht-Barrieren anzuschauen. Und erfüllte mir mit einem Tandem-Fallschirmsprung einen Traum.

Die heimatlichen Gefilde einmal aus der Vogelperspektive sehen, das wollte ich unbedingt einmal. Mit dem Helikopter oder dem Heißluftballon hätte ich das machen können, sogar direkt über der Stadt. Der Flugplatz Ganderkesee bietet ebenfalls diverse Flug-Möglichkeiten mit den unterschiedlichsten Luftfahrzeugen an. Und wer nicht selbst fliegen möchte, der kann alles wunderbar bei leckerem Essen, Kaffee und Kuchen im Airfield beobachten. Ich entschied mich Ende August für die adrenalinreichste Version, den Fallschirmsprung. Den hatte ich mir selbst geschenkt, und bei YourSky Luftsport gebucht.

Haake Beck-Schirm - ein bisschen Bremen in Ganderkesee

Haake Beck-Schirm – ein bisschen Bremen in Ganderkesee

Schon bei der Anfahrt sah ich die ersten Fallschirmspringer. Wie aufregend!

Begleiter-Bude

Begleiter-Bude

Vor Ort gibt es eine Bude für die wichtigsten Dinge des Lebens, wie zum Beispiel Eis. Und Tische und Stühle für die Wartenden. Dort kann man auch prima mit der ganzen Familie sitzen und dem Treiben zuschauen. Zum Beispiel der schönen rot-weißen Pilatus Porter, die bei diesem traumhaften Wetter in regelmäßigen Abständen hochfliegt, um auf 4.000 Metern bis zu zehn Personen wieder auszuspucken. Der Flieger gleicht dann eher einen Sardinenbüchse.

Abheben in einer Pilatus Porter

Abheben in einer Pilatus Porter

Nach einer sehr guten Vorbereitung auf das, was kommt, ging es also hinein ins Abenteuer. Im Flieger kettet der Tandem-Master einen fest, und erstellt gleichzeitig die ersten Fotos, wenn gewünscht. Bald waren alle damit beschäftigt, Bremen zu suchen. Gar nicht so leicht. Ist es das? Nein, das ist doch Oldenburg! Und da? Ist das das Zwischenahner Meer? Wie dicht alles auf einmal beieinander liegt.

Ist das Bremen? Nee, Oldenburg!

Ist das Bremen? Nee, Oldenburg!, Foto: YourSky

Ingrid, schau dort, Bremen-Nord! Ah ja, ich sehe die Weser, und Bremen – unter Wolken. Links der Weser und rechts der Weser mit unterschiedlichem Wetter, das gibt es ja.

Die Weser und Bremen unter einer Wolkendecke

Die Weser und Bremen unter einer Wolkendecke, Foto: YourSky

Orientierungslos über den Wolken

Orientierungslos über den Wolken, Foto: YourSky

Der Flieger dreht, es geht weiter über Delmenhorst, zurück Richtung Ganderkesee. Und dort hinaus in den freien Fall. Der absolute Kontrollverlust, ein unbeschreiblicher Wahnsinn. Noch Tage später wird mir bei dem Gedanken daran flau, auf die angenehmste Weise. Fast eine Freifall-Minute. Eine Minute, die ich nie vergessen werde.

Nun aber erst einmal im Fluge sortieren, wo bin ich jetzt? Die Welt scheint sich zu drehen, bei 200 Sachen. Es ist laut. Ich kreische auch laut, für einen Moment. Ist ja sonst nicht meine Art. Und ich schaffe es nicht, die einzelnen Orte auszumachen. Zu viele Eindrücke sind das, zu schnell. Also habe ich mir im nachhinein ein Hilfsmittel zu Rate gezogen, Google Maps. Und die Karte immer wieder gedreht.

Orientierung unter den Wolken

Orientierung unter den Wolken, Foto: YourSky

Nach dem Sturzflug und der Wolken-Passage öffnet mein Tandemmaster den Schirm. Sofort wird es ganz ruhig, man kann sich prima unterhalten. Ich strahle mit der Sonne um die Wette, was für ein Erlebnis. Wow. Da ist Bremen, höre ich. Ups, dann bitte schnell ein paar Aufnahmen machen!

Auf dem nachfolgenden Bild seht ihr es ganz gut – alles ohne Gewähr: Links unten am Horizont sollte Bremen-Nord sein. Im Licht dann das Güterverkehrszentrum, und davor Delmenhorst. Unter der großen Wolke auf 10 Uhr-Position müsste es sich um die City handeln, im Licht schlängelt sich die A1 an Brinkum und Bremen vorbei. Im nächsten Schatten wird es dörflich, rechts müssten irgendwo Weyhe und Syke sein.

Vorne mittig, das ist Ganderkesee. Und der kleine Flugplatz rechts unten ist Start- und Endpunkt des Abenteuers. Ein Katzensprung nach Bremen, oder? Und, wie man sieht, nur plattes Land. Das eignet sich bestens zum Radfahren.

Flugplatz und Bremen sind ganz nah

Flugplatz und Bremen sind ganz nah, Foto: YourSky

Mir fällt gerade ein: Dicht am Flugplatz (am Maisfeld links von den Schuppen) befindet sich ein steinzeitliches Hügelgrab, genutzt ab etwa 1.700 v. Chr. Es war noch Zeit, da bot sich ein Erkundungsgang an. Heimatkunde meets Adrenalin.

Das Stoppelfeld über dem roten Haus in T-Form, dem Airfield, war unser Landeplatz. Und auch wenn ich nach einer Bruchpilotin aussehe im Schoß des Tandemmasters – die Landung war butterweich. Sie findet bei Tandemsprüngen immer auf dem Allerwertesten statt.

Bruchpilotin im Stoppelfeld

Bruchpilotin im Stoppelfeld, Foto: YourSky

Das ist meine Bremen-Welt. Von oben. Aber Bremen am Boden, das könnt ihr mir glauben, ist noch viel schöner. Und entspannter. Wenig Adrenalin, dafür ganz viel Genuss. Stöbert doch noch ein wenig in unserem Bremen-Blog, dann werdet ihr es sehen!

Ein Kommentar zu “Meine Bremen-Welt von oben

  1. Ballonfan says:

    Die Welt von oben ist eine schöne Sache, aber ich bevorzuge den Blick aus dem Heißluftballon. Beim Ballonflug fühle ich mich doch sicherer und entspannter.

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