Europa, Deutschland, Bremen

Der Bremer Gipfel im Jahr 1978 sollte die Entwicklung Europas maßgeblich beeinflussen. 40 Jahre ist es her, dass sich die damals neun Staats- und Regierungschefs der EG-Mitgliedsländer auf die Grundzüge eines neuen Europäischen Währungssystems einigten.

Roland und Rathaus, Europa und Deutschland

Roland und Rathaus, Europa und Deutschland, in Bremen

Am 6. und 7. Juli 1978 fand dieses geschichtsträchtige Treffen statt. Aus der damaligen  Europäischen Gemeinschaft (EG) mit neun Mitgliedsstaaten wurde die Europäische Union (EU) mit derzeit 28 Mitgliedern.

2002 war es dann so weit: Der Euro wurde als Bargeld eingeführt, löste als neue Währung unsere harte Mark ab. Das ist vor allem den beiden treibenden Kräften von damals zu verdanken: Frankreichs Präsident Valéry Giscard d´Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Bremer Marktplatz mit dem geflaggten Rathaus, gegenüber der Schütting

Bremer Marktplatz mit dem geflaggten Rathaus, gegenüber die Handelskammer

Jetzt ein Eis - in Europa-blau!?

Jetzt ein Eis – in Europa-blau!?

Ich kann mich gut erinnern, an das ganze Umrechnungs-Hickhack. Noch heute ertappe ich mich dabei, dass ich hin und wieder umrechne. Wenn ich zum Beispiel einen schönen mittelgroßen Cappuccino bestelle und mich frage, ob ich wirklich früher acht Mark bezahlt hätte. Oder wie sieht es mit der Preisentwicklung bei einer Kugel Eis aus? O.K., ist ja gut, ist auch viel Zeit vergangen, die Inflation und so.

Vor 40 Jahren war Bremen im Ausnahmezustand, das Rathaus – heute UNESCO-Welterbe – abgeriegelt. Niemand kam rein, der nicht hinein sollte. Es schafften aber scheinbar einige Gegenstände den Weg nach draußen, wie Telefone, die wohl jemand gut gebrauchen konnte. So war es zumindest im Weser-Kurier zu lesen. Wichtiger als verschwundene Telefone oder die heutigen Kosten einer Kugel Eis war und ist sicher der Grundgedanke: Die Schaffung von Stabilität. Und die war besonders in den 1970er Jahren von enormer Bedeutung.

Da ich mich nun auf ganz dünnem Eis bewege, weil ich bei Politik und Volkswirtschaft eher auf rudimentäres Wissen zurückgreife, gebe ich euch den Tipp, in den Europapunkt in der Bremer Bürgerschaft zu gehen. Bis Ende August könnt ihr euch im Rahmen einer Sonderausstellung genau über dieses Thema informieren, aber auch danach ist das Team des Europapunkt für eure Fragen rund um Europa da.

Roland bibbert mit der Europaflagge um die Wette

Roland bibbert lächelnd mit der Europaflagge um die Wette

Beim Anblick des Roland, unserer Freiheitsstatue, kommt mir aber noch ein Gedanke. Was wiegt wohl schwerer: die Freiheit unseres schönen Stadtstaates Bremen, die Interessen des Staates Deutschland oder die Stabilität eines gemeinschaftlichen Europa? Oder kann alles zusammen dauerhaft funktionieren? Geflaggt sind ja alle drei, am Rathaus. Kann man es überhaupt trennen, und ist nicht sowieso alles global zu betrachten? Eigentlich sind wir ja alle Weltbürger. Ich komme für mich zu keinem Ergebnis, aber ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich mit so viel Frieden und Freiheit aufgewachsen bin. Vielleicht war der Bremer Gipfel ja nicht nur für die Weltgeschichte wichtig, sondern auch für meine ganz persönliche Lebensgeschichte. Für Bremen bleibt das Wissen, dass die Stadt ganz eng mit der Entwicklung Europas verbunden ist.

Übrigens: Wenn ihr den Ort des Geschehens einmal besuchen möchtet, dann könnt ihr das im Rahmen von Rathausführungen.

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