Fisch essen in Bremen

Bremen liegt zwar nicht am Meer –  wie der ein oder andere Gast hier in der Hansestadt noch immer vermutet – aber die Nähe zum Wasser zeigt sich überall. Und natürlich auch gerne beim Thema Kulinarik. „Wo können wir denn mal gut Fisch essen gehen?“, lautet eine beliebte Frage in unserer Tourist-Information. In diesem Beitrag habe ich euch meine persönlichen Tipps zusammengestellt. Ich freue mich aber auch über eure Vorschläge, die ihr gerne unten in den Kommentaren angeben könnt.

Die Restaurants habe ich alphabetisch sortiert, die Reihenfolge ist kein Ranking. Letztlich ist jeder Geschmack anders. Mal geht es darum, einen kleinen Happen für die Mittagspause zu finden, mal geht es um das Ambiente, mal um die Haute Cuisine … macht euch selbst ein Bild und futtert euch durch! Ach, und im Zweifel geht natürlich auch immer ein „Bremer“ bei der „Nordsee ;-) „Moltied!!“, wie man hier in Bremen sagt!

Viel mehr als ein Fischgeschäft: F. L. Bodes

Fotos: Gaby Ahnert

Bremens bekanntester Fischhändler blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Das Unternehmen, das anno 1860 von Friedrich Ludwig Bodes am Grasmarkt Nr. 7 gegründet wurde und damit das älteste Fischgeschäft der Stadt ist, bietet aber nicht nur rohen Fisch an. Zur Mittagszeit ist der Laden gerammelt voll mit Gästen, die die diversen Speisen des frisch zubereiteten Mittagstischs genießen. Achtung: nur Stehtische, aber die Qualität lohnt sich.

  • Auszug aus der Karte: Tageskarte, z. B. Störfilet mit roter Beete, Brathering mit Püree, klare Fischsuppe, Lachsfilet mit Sahnesoße, diverse Fischbrötchen
  • Adresse: Bischofsnadel 2, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Wer im Sommer der Enge des Geschäftes entgehen möchte, kann sich das Essen mitnehmen und sich ein schönes Plätzchen in den nahgelegenen Wallanlagen suchen.
Eine umwerfende Auswahl: Fisherman’s Seafood

Foto Mitte: Chatrin Bußler

Das relativ neue Restaurant in der Bremer Innenstadt legt großen Wert auf das Thema Qualität und Nachhaltigkeit. Als einziges Restaurant in Bremen ist es mit dem MSC- (Marine Stewardship Council) und dem ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council) zertifiziert worden. Es gibt eine riesige Auswahl an Gerichten, vom Backfisch bis zum Hummer. Definitiv mein Favorit mit einem angenehmen Ambiente, einer zentralen Lage, tollem Personal und einer super Karte. Gut zu wissen: Das Restaurant liegt im überdachten Innenhof des Wall-Forums.

  • Auszug aus der Karte: Helgoländer Krebsrahmsuppe mit fangfrischen Nordseekrabben, drei Jacobsmuscheln in Mandelbutter gebraten, Kabeljaufilet wie zu Omas Zeiten gedünstet aus dem Gemüse-Rieslingdampf, ganzer Hummer von den Prince Edward Inseln, Filet vom gegrillten Wildlachs mit glasiertem Zucchini-Möhren-Gemüse
  • Adresse: Am Wall 201, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Direkt nebenan liegt die Stadtbibliothek – warum nicht mal wieder ein tolles Buch ausleihen?
Am maritimen Ursprung: Goden Wind

Im Nordbremer Stadtteil Vegesack werden die maritimen Traditionen besonders gepflegt. Hier, wo vor fast 400 Jahren der erste künstliche Hafen Deutschlands entstand, präsentiert sich die 1.852 Meter lange Maritime Meile entlang der Weser. Am „Utkiek“, einem kleinen Platz mit Blick auf den Fluss, liegen idyllisch eine ganze Reihe kleiner Restaurants und Kneipen. Das Goden Wind serviert eine große Auswahl an Fischspezialitäten. Mit Sommerterrasse und tollem Weserblick, im Wintergarten auch bei kühlerem Wetter.

  • Auszug aus der Karte: Rotbarschfilet im Bierteig, Forelle „Müllerin Art“, Nordseescholle in Butter gebraten, Zanderfilet auf Blattspinat, Limandesfilet auf Gemüsestreifen
  • Adresse: Rohrstr. 5, 28757 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Macht doch vor dem Essen einen kleinen Spaziergang entlang der Maritimen Meile. Ein Besuch auf der „Schulschiff Deutschland“ lohnt immer für Shiplovers, der Stadtgarten zeigt botanische Raritäten entlang des Weserufers, und mehr über die Geschichte des maritimen Stadtteils erfahrt ihr anhand von sechs großen Bildtafeln entlang des Weges.
Ein ländlicher Klassiker: Hotel-Restaurant „Zur Ochtumbrücke“ (Spille)

Fotos: Studio Banck Bernd Langer – BTZ Bremer Touristik-Zentrale

Dort, wo Bremen ländlich und idyllisch ist, an der Ochtum kurz vor der Stadtgrenze zu Delmenhorst, liegt das Hotel ‚Zur Ochtumbrücke‘, auch liebevoll „Spille“ genannt. Seit 50 Jahren ist es mit seinen zehn Zimmern bereits im Besitz der Familie Spille. Neben dem gutbürgerlichen Restaurant, gibt es draußen 80 idyllische Gartenplätze.

  • Auszug aus der Karte: Räucheraalfilet auf Vollkornbrot und Butter,  Schwarzwälder Forellensuppe, Schollenfilets mit Speck, spezielle Aalkarte, z. B. mit Brataal oder grünem Aal
  • Adresse: Stromer Landstr. 53 a , 28197 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Das Flüsschen Ochtum und die umliegenden Felder und Wiesen laden zum Spazierengehen ein. Im Sommer gelangen die Gäste übrigens nicht nur mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß nach Strom. Wer ein Boot besitzt, schippert auch gern ab Vegesack oder vom Martinianleger bis direkt vor das Hotel.
Tradition neu belebt: Knurrhahn

Fotos: Emre Avdanlioglu

Bremens ältestes Fischrestaurant verwöhnt seit über vierzig Jahren seine Gäste inmitten der Bremer Innenstadt. Insgesamt stehen passenderweise über vierzig verschiedene Fischgerichte auf der Karte. Und sogar das Gebäude, in dem sich das Restaurant befindet, ist beeindruckend, denn es stammt aus dem Jahr 1625. Für eilige Gäste  gibt es auch einen Außerhaus-Verkauf mit einer zusätzlichen Auswahl an Fischbrötchen und hausgemachten Fischfrikadellen.

  • Auszug aus der Karte: Black Tiger Riesengarnelen mit Knoblauchdip, Helgoländer Fischplatte mit drei Fischfilets, ganze Kutterscholle „Büsumer Art“ mit frischen Krabben, Schollenfilet mit Spinat, hausgemachte Remoulade, hausgemachter Kartoffelsalat
  • Adresse: Schüsselkorb 32-33, 28195 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Für Touristen ist die Lage des Restaurants perfekt, um ein Essen dort mit einem Bummel zu den größten Sehenswürdigkeiten Bremen zu verbinden. Wie wäre es vorher mit einem Besuch im Bremer Rathaus, das seit 2004 zum UNESCO Welterbe zählt und direkt um die Ecke liegt? Bremer kombinieren das Mittagessen vielleicht mit einem vorherigen Spaziergang über den Wochenmarkt, der besonders am Sonnabend mit seinen Spezialitäten dazu einlädt, sich schon einmal Appetit auf das nachfolgende Essen zu holen.
Ein Kleinod im Grünen: Wels

Fotos: Hotel Munte am Stadtwald

Das Restaurant „Wels“ im 4-Sterne-Hotel Munte am Stadtwald serviert seinen Gästen nicht nur eine große Auswahl an Fischgerichten, sondern es stehen auch Wildkreationen auf der Speisekarte. Der Guide Michelin urteilte: „Qualitätsprodukte, fachkundig zubereitet: einfach ein gutes Essen!“ und hob speziell den Blickfang im Eingangsbereich hervor: ein eindrucksvolles Süßwasseraquarium – natürlich mit Welsen. Die in der Küche verwendeten Produkte stammen schwerpunktmäßig aus dem Bremer Umland.

  • Auszug aus der Karte: Warmer Salat von schwarzen Linsen mit gebratenen Gambas und gelbem Paprikaschaum, Welsfilet unter der Apfel-Senfkruste mit Risotto von der Perlgraupe, Roulade von Schollenfilet, Lachs und Mangold mit Safransauce und in Butter geschwenkten Bio-Kartoffeln, Seeteufelmedaillons im Speckmantel mit buntem Linsengemüse und Majoran Bio-Kartoffeln
  • Adresse: Wels im Hotel Munte, Parkallee 299, 28213 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Vorher oder hinterher einen ausgedehnten Spaziergang im Bürgerpark und Stadtwald machen.
Industriecharme mit Ausblick: Zur Gläsernen Werft

Das Restaurant befindet sich am Ende der Maritimen Meile im Nordbremer Stadtteil Vegesack – direkt an der Weser und dank der Glasfassade mit einem prächtigen Blick auf den Fluss. Der Name „Gläserne Werft“ ist Programm, denn  direkt angrenzend und gegenüber liegen die Gebäude der Lürssen Werft. Hier entstehen unter anderem die luxuriösesten Privatyachten der Welt. Wer Glück hat, kann etwas ganz besonderes entdecken, so lag hier beispielsweise einige Wochen lang die weltlängste Privatyacht, die Azzam, vor Anker, denn bei Lürssen wurde sie gebaut. Das helle und maritime Ambiente des Hauses macht Lust, auch nach dem Essen noch ein wenig länger zu bleiben, um das Treiben auf dem Fluss zu beobachten.

  • Auszug aus der Karte: Matjes-Melonen-Tatar, Schottischer Räucherlachs auf Wasabi-Gurken-Salat, Bremer Krabbensüppchen, Filet vom Seehecht auf Curry-Kokos-Sauce mit Basmatireis,
  • Adresse: Schulkenstraße 2, 28755 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Das Restaurant kann auch für große Feiern gemietet werden. Die Lage mit der großen Außenterrasse macht es zu einer tollen Location.
Ein Fischrestaurant, das keines ist: Blaufeuer

Foto links: tm studios visuelle medien GmbH Steigenberger Hotel Group

Tja, und an meinem letzten Beispiel sieht man, wie Irrtümer zu ganz spannenden neuen Einblicken werden können ;-)

Bis vor kurzem gab es im Restaurant Blaufeuer eine ausführliche Fischkarte. Das hatte ich bei meinem Besuch dort auch noch so im Kopf. Inzwischen wurde das Küchenkonzept jedoch komplett auf den Kopf gestellt und ich fand nur noch ein einziges Fischgericht auf der Karte. Abgesehen davon, dass dieses Zanderfilet auf Friesischer Senfsauce einfach göttlich schmeckte, habe ich aber herausgefunden, dass das Restaurant eine ganz besondere Spezialität anbietet: Bremer Tapas! Und die sind erstmal so richtig lecker!! Wer die bremische Küche kennenlernen möchte, liegt hier genau richtig, denn ganz nach Appetit, können die Tapas entweder einzeln, als Dreierpaket oder als Sechser-Teller bestellt werden. Dazu gehören dann zum Beispiel Bremer Kartoffelsuppe, Labskaus mit Rollmops oder eine Knipp-Praline. Sehr lecker ist auch der heiß-geräucherte Lachs auf Schwarzbrot – also doch noch ein bisschen Fisch. Unbedingt ausprobieren.

  • Adresse: Im Steigenberger Hotel, Am Weser-Terminal 6, 28217 Bremen
  • Mein persönlicher Tipp: Das Blaufeuer-Restaurant im Steigenberger Hotel liegt direkt neben dem Varieté-Theater GOP. Mein Programmvorschlag wäre also: Erst ein bisschen durch die sich neu entwickelnde Überseestadt oder an der Weser-Promenade entlangbummeln, dann lecker essen und anschließend eine der ständig wechselnden Shows anschauen.

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