Ein Bremer Klassiker mal anders … Unser Winter-Rezept für euch!

Wir kochen Grünkohl-Risotto – mit Wein!

Sobald der erste Frost den Boden trifft, geht sie los, die Kohl-und-Pinkel-Saison! Dann sieht man in und um Bremen lustige kleine Gruppen mit Bollerwagen durch die Lande ziehen, kleine Trinkspiele werden veranstaltet und vor allem kommt nach der Wanderung der Höhepunkt, das deftige Kohlessen! „Der Fremdling erkennt den Bremer daran, dass dieser den Grünkohl Braunkohl nennt“, schrieb ein Kenner in den 1950er Jahren.

In Bremen hat sie im Winter Tradition: Die Kohl- und Pinkel-Tour

„Der Kohl selbst heißt Brauner Kohl, weil er beim langen Kochen seine grüne Farbe ins Bräunliche wechselt“, erklärte er. So weit, so klar – doch was ist Pinkel? Eine delikate Grützwurst, die aus dem Pinkeldarm des Rindes auf den Teller gedrückt und auch schon vorher, beim Kohlkochen, dem Kohl beigemischt wird. Für manchen ist diese Wurst die wichtigste Zutat des Nationalgerichts. Darüber hinaus gibt es heutzutage üblicherweise Kassler, Bauchspeck und Mettwurst. Ein deftiges Wintergericht, dass Puristen nicht zu sich nehmen, bevor der Kohl den ersten Frost abbekommen hat – andernfalls schmecke er nicht so gut, so die Überzeugung.

Wir haben heute aber mal eine Variante für euch, die unsere liebe Kollegin Andrea erfunden und zubereitet hat. Hier erklärt sie euch, wie ihr delikates Grünkohl-Risotto entsteht:

  • Man erhitze anderthalb Liter Hühnerbrühe und degradiere einen der Mitkochenden, eine Zwiebel zu hacken.
  • Die schwitzt man zehn Minuten zärtlich an, während die von allen Beteiligten mitgebrachten Weine geöffnet werden, um fundiert und demokratisch (wir sind hier nicht in einer Diktatur) einen Kandidaten zum Ablöschen zu bestimmen.
  • Ist hierzu keine Einigkeit herzustellen, wird Diktatur spontan eingeführt.
  • *Trinken auf die Diktatorin*
  • Nebenher werden drei Mettenden gewürfelt und die Hälfte davon fröhlich in der Pfanne angeröstet. Darauf kippt man 500 g gehackten Grünkohl und noch einen Wein in alle Köche.
  • 400 g Carnarolireis liebevoll zu den Zwiebeln streuen und kurz anschwitzen, dann mit 150 ml vom ausgesuchten Weißwein ablöschen. Der Kohl in der Pfanne kriegt auch einen Schuss ab. Außerdem Salz, frisch gemahlenen Pfeffer und Piment.
  • Den Grünkohl 15 bis 20 Minuten vor sich hin simmern lassen, ein paar Minuten vor Schluss einer arglosen Zitrone die Haut abreiben und dazu tun. Kochen für Bestien.
  • In der Zwischenzeit die traditionelle und meditative „Kelle Brühe – Rühren, Rühren, Rühren – Kelle Brühe – Rühren, Rühren, Rühren“-Therapie mit dem Reis zelebrieren. Weil das ungefähr eine halbe Stunde dauert, sollte man sich abwechseln, sonst kommt man kaum zum Weintrinken.
  • Kohl aus der Pfanne umsiedeln und bis zur weiteren Verwendung zwischenparken. Pfanne auswischen und das Innenleben von zwei ebenfalls krass gehäuteten Pinkel kross und krümelig anbraten. Das klappt ärgerlicherweise vielleicht nicht gleich und die Masse backt ein bisschen am Pfannenboden, mit Geduld und Rühren wird aber alles gut. Gegen den Schreck hilft Wein.
  • Kurz vor Risotto-Finale den Kohl und die restlichen Mettendenwürfel (fantastisches Wort!) zum Reis geben und unterrühren.
  • Wenn die Reiskornkonsistenz (noch so ein tolles Wort) perfekt ist, den Topf vom Herd ziehen und einen guten Stich Butter und drei Handvoll frisch geriebenen Parmesan* dazugeben. Einrühren, Deckel drauf, ein paar Minuten stehen lassen, fertig.
  • Mit darüber gestreuten Pinkelbröseln servieren. Dazu passt Wein.
  • Pro-Tipp: Bei Freunden zubereiten, dann muss man im Anschluss das Altglas nicht wegbringen.

*Wichtig!: Hierfür sollten keinesfalls Personen mit kleinen Händen eingesetzt werden.

Na denn: Mahlzeit!!!

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