Mein Bremen: Am Ende der Landzunge

Immer wieder freue ich mich, wenn ich Orte inmitten der Stadt finde, die unberührt von all der urbanen Hektik Ruhe auf mich ausstrahlen. Einer dieser Orte ist die Landzunge am Hohentorshafen. Gegenüber von Wesertower, Europahafen und Kaffeequartier erstreckt sich das schmale Stück Land gen Westen. Vor allem abends zum Sonnenuntergang ist dieser Ort allemal einen Ausflug wert.

Nachdem ich die Stephanibrücke überquert habe, schließe ich mein Rad an und gehe zu Fuß weiter. Über die Eisenbahnbrücke, die die letzte feste Überquerung der Weser bis zur Nordsee bildet, rattern Züge und einzelne Loks. Hinter mir rauscht der Feierabendverkehr über die B6. Dennoch hat die Stimmung um mich herum etwas Friedliches. Ich passiere das Schiff De Liefde, gegenüber am anderen Flussufer ragt der Wesertower in die Höhe. Ab und zu überholen mich Radfahrende und Hundefußgänger.

"De Liefde": Auf dem 72 Meter langen Windjammer werden regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt.

„De Liefde“: Auf dem 72 Meter langen Windjammer wurden früher regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt.

Doppelt hält besser: Wesertower in echt und gespiegelt :)

Doppelt hält besser: Wesertower in echt und gespiegelt :)

Nur die Spiegelung macht auch schon etwas her.

Nur die Spiegelung macht auch schon etwas her.

Meine Kamera hat an diesem Abend vor allem ein Motiv im Sucher: den Fernmeldeturm Bremen, der mit seinen 236 Metern immer wieder zwischen den modernen Bauten am Weserufer lugt oder über sie hinweg ragt.

Immer wieder er: Ständig am anderen Ufer auszumachen.

Immer wieder er: Ständig am anderen Ufer auszumachen.

Ganz viel Ruhe und drumherum die Stadt

Ich entdecke aber auch am nahegelegenen Ufer feine Motive. Wie so oft in Bremen ist auch hier alles recht maritim geprägt. Große und kleine Yachten und Segelboote haben an den Stegen festgemacht. Ihre Besitzer sonnen sich an Deck, während Bootskatzen sehnsüchtig ganzen Entenfamilien auf dem Wasser hinterher schauen.

Maritim: Auch die Bootsbesitzer genießen hier den Feierabend.

Maritim: Auch die Bootsbesitzer genießen hier den Feierabend.

In Sicherheit: Die Enten-Mama konnte sich und ihre Kleinen gerade noch vor einer Katze aufs Wasser retten.

In Sicherheit: Die Enten-Mama konnte sich und ihre Kleinen gerade noch vor einer Katze aufs Wasser retten.

Links auf dem Deich hat der Bremer Landesverband des DLRG seinen Sitz, Firmen ihre Lager- und Produktionshallen. Ein paar wenigen scheint das Glück vergönnt, an diesem ruhigen und doch so städtischen Ort zu wohnen.

Ausschnitte von gegenüber: Urbanes aus der Ferne.

Ausschnitte von gegenüber: Urbanes aus der Ferne.

Einige 100 Meter und über 100 Fotos später gelange ich an das Ende der Landzunge. Ich bin in geradezu überrascht, dass ich hier nicht auf eine Traube von „Sonnenuntergangsschaulustigen“ treffe. Kaum ein anderer Ort in dieser Stadt fällt mir ein, wo man mit so weiter Sicht der Sonne beim „Schlafengehen“ zuschauen kann. Nur ein einsamer Angler hält seine Rute von einer der Anlegestellen ins fließende Nass.

Große Bäume am Deich: Dahinter ist auch schon das Ende der Landzunge zu erahnen.

Große Bäume am Deich: Dahinter ist auch schon das Ende der Landzunge zu erahnen.

Irgendwie "raus" und doch noch mittendrin: Überall ist die Stadt noch deutlich zu erkennen. Ganz im Westen die Stahlwerke.

Irgendwie „raus“ und doch noch mittendrin: Überall ist die Stadt noch deutlich zu erkennen. Ganz im Westen die Stahlwerke.

Am Ende kommt die Belohnung

Ich mache es mir auf einer der L-förmig angeordneten Bänke gemütlich und blicke flussabwärts. Die Weser macht hier einen leichten Bogen gen Norden, hinter den Baumwipfeln lassen sich Windräder, Kräne und Förderbänder des Stahlwerks und des Hafens erkennen. Das Rauschen der Stadt dringt nur noch leise aus der Ferne an mein Ohr. Ich schließe die Augen und genieße die letzte Wärme und die Ruhe. Vorher mache ich aber noch schnell ein Beweisfoto.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages: Hier lassen sie sich ziemlich gut aushalten.

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages: Hier lassen sie sich ziemlich gut aushalten.

 

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