Das Kreuzfahrtschiff im Park

Das Park Hotel am südlichen Rande des Bürgerparks ist immer eine Augenweide. Bremen hat wenige so freistehende Prunkbauten. Geradezu herrschaftlich liegt es da, am Hollersee, und beherbergt nicht nur Gäste aus aller Welt, sondern auch unzählige Geschichten. Davon konnte ich mich bei einem Rundgang überzeugen.

Ich bin mit Renate Dorosinski verabredet. Seit zwei Jahren ist sie Director of Sales & Marketing des Dorint Park Hotel Bremen. Sie nimmt mich im ovalen Foyer in Empfang und wir gehen zunächst in das Herzstück des Gebäudes: den Kuppelsaal. Trotz der Höhe und Größe des Raums umgibt mich sofort eine gemütliche Atmosphäre. Frau Dorosinski erzählt, dass dieser Raum nicht von ungefähr auch das „Wohnzimmer“ des Park Hotels genannt wird. Vor meinem inneren Auge entstehen typische Hotelszenen: Sanfte Klaviermusik vom Flügel, gemütliche Sessel, in die man tief einsinkt, gute „Tröpfchen“, die man sich an der Bar bestellt.

Hübsche Rückansicht: Der Kuppelsaal ist auch von außen ziemlich schön!

Hübsche Rückansicht: Der Kuppelsaal ist auch von außen ziemlich schön!

Fitness, Wellness, Entspannung

Wir gehen nach oben auf die Rundveranda des Saals und von hier aus wenden wir uns in Richtung Westflügel. Lange mit edlen Teppichen ausgelegte Gänge verschlucken uns. Nach ein paar Schritten betreten wir den Wellness- und Fitness-Bereich des Hotels, den auch Tagesgäste aus Bremen und umzu besuchen können. Auf vier Ebenen erstrecken sich Sport- und Kursräume mit modernen Gerätschaften sowie Entspannungsorte für Massagen und Saunagänge. Von einem kleinen Balkon in Richtung Hotelgarten entdecke ich zu meiner Überraschung sogar einen Pool.

Entspannung pur: Sogar einen Pool hat das Hotel.

Entspannung pur: Sogar einen Pool hat das Hotel.

Geschichtsträchtiger Ort

Vom Spa-Bereich aus geht es zurück in den alten Trakt des über 60 Jahre alten Gebäudes. Die Geschichte dieses Ortes ist natürlich eigentlich viel älter. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier im Zuge der Bürgerparks-Entwicklung ein erstes Ausflugslokal erbaut. Als 1890 die Nordwestdeutsche Gewerbe- und Industrieausstellung auf dem Areal des Bürgerparks stattfand, ersetzte man das Lokal durch eine große Festhalle.

Die Ausstellung war eine von Oldenburg, Hannover und Bremen gemeinsam organisierte Leistungsschau und nahm sich die Weltausstellungen zum Vorbild. Im Rahmen der knapp 5-monatigen Messe entstand auch das monumentale Parkhaus im Barock- und Renaissance-Stil. Hier wurden Bankette, Konzerte und andere große Feste veranstaltet. 1907 brannte das Gebäude in Folge eines Feuerwerks ab. An selber Stelle wurde dann 1912 ein Neubau im Stil eines fürstlichen Landsitzes errichtet, der im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der Wiederaufbau in den 1950er Jahren lehnte sich stark an den Stil des Vorgängers an, wurde 1984 unter Denkmalschutz gestellt und mehrfach um neue Flügel erweitert. Heute, so erfahre ich von Frau Dorosinski, sind hier 175 Zimmer untergebracht. 20 davon sind luxuriöse Suiten mit Balkonen, bestem Ausblick und edlen Aufenthaltsräumen. Im Souterrain findet sich die Hauptküche sowie eine hauseigene Patisserie. Auch Wäscherei und Floristikraum sowie ein Weinkeller sind hier untergebracht.

Bei gutem Wetter spielt sich fast alles auf der Südterrasse ab.

Bei gutem Wetter spielt sich fast alles auf der Südterrasse ab.

Vom Foyer aus machen wir einen kurzen Abstecher nach unten. Hier finde ich mich nach kurzem Gang in einem Empfangsraum für Gäste aus der Tiefgarage wieder, der mit seinem Schachbrettboden und der Einrichtung einwandfrei die perfekte Kulisse für einen 60er-Jahre-Film hergeben würde. Außerdem statten wir der hauseigenen Coiffeurin einen Besuch ab.

Kreuzfahrt im Grünen

Spätestens als wir im Ostflügel einen kurzen Blick in eine kleine Bar werfen, komme ich um eine Assoziation nicht mehr herum: Es fühlt sich die ganze Zeit so an, als wenn wir auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs sind. Nicht zuletzt auch deswegen habe ich dieses Gefühl, weil Frau Dorosinski immer wieder betont, dass sich auch Bremerinnen und Bremer von Zeit zu Zeit im Haus eine Auszeit nehmen. „Die bleiben einfach für ein, zwei Tage nur hier und lassen es sich gut gehen“, erzählt sie. Man habe ja schließlich alles vor Ort, was das Herz begehrt.

Details: Allein die unterschiedlichen Tapeten sind ein wahres Erlebnis.

Details: Allein die unterschiedlichen Tapeten sind ein wahres Erlebnis.

In der Raucherlounge, die im Stil einer mexikanischen Bar angelegt ist, darf ich einen kurzen Blick in den begehbaren Humidor für Zigarren werfen. Außerdem erwähnt Frau Dorosinsiki, dass hier auch alle Werder-Spiele gezeigt werden.

Einrichtung in allen Farben und Formen

Bevor wir es uns auf der Südterrasse unter einem Sonnenschirm gemütlich machen, zeigt mir meine Begleiterin noch die Räumlichkeiten, wo sowohl der Restaurantbetrieb als auch das Frühstück für Hotelgäste angeboten werden. Die einzelnen Farbkonzepte der Inneinrichtung beeindrucken mich. Der eine Raum ist überwiegend in Grün und Gelb gehalten, während im Wintergarten eher mit Weiß und Lila gearbeitet wurde. Obwohl mein Auge beim Betreten erst einmal nicht weiß, wohin mit dem Blick, muss ich doch zugeben, dass gerade in dieser konsequenten Übertriebenheit auch eine Faszination liegt. Wir befinden uns eben immer noch in einem Fünf-Sterne-Grand Hotel. Da darf auch geprotzt werden.

Wo das Auge auch hinschaut, welchen Raum man auch betritt: Überall kommt man sich ein bisschen vor wie in der Kulisse eines Films.

Wo das Auge auch hinschaut, welchen Raum man auch betritt: Überall kommt man sich ein bisschen vor wie in der Kulisse eines Films.

Kulinarik ganz groß

Unseren Rundgang beenden wir schließlich beim Essen. Donnerstags wird hier in den Sommermonaten auf der Terrasse gegrillt. Dazu gibt es ein amtliches Vorspeisen-Büffet und allerlei Desserts, die schon durch ihr reines Äußeres den Appetit anregen. Während wir noch ein bisschen über die Geschichte des Hauses und die unterschiedlichen Veranstaltungen sprechen, genießen wir die Leckereien. Frau Dorosinski hat es vorher schon betont, dass man hier im Park Hotel großen Wert auf Kulinarik legt. Davon kann ich mich jetzt selbst überzeugen. Es ist wirklich alles, was ich mir auf den Teller lege, sehr lecker.

Mmmmmhhh. Ganz schön lecker, was ich auf der Sonnenterrasse probieren durfte. Der Küchenchef Christian Jentke höchstpersönlich stand am Grill. Trotz hochsommerlichen Temperaturen von etwa 32 Grad.

Mmmmmhhh. Ganz schön lecker, was ich auf der Sonnenterrasse probieren durfte. Der Küchenchef Christian Jentke höchstpersönlich stand am Grill. Trotz hochsommerlichen Temperaturen von etwa 32 Grad.

Als ich zum Schluss nach prominenten Gästen frage, winkt Frau Dorosinski sofort einen der Bewirtschaftenden heran. „Herr Birkenfeld kann Ihnen unzählige Geschichten erzählen“, sagt sie und freut sich offensichtlich selbst auch schon darauf. Herr Birkenfeld ist Oberkellner und bereits seit über 30 Jahren im Park Hotel tätig. Als ich erzähle, dass ich gelesen hab, dass sogar schon Michael Jackson hier untergebracht war, winkt er ab: „Ja, der war hier“, sagt er lachend. „Aber eigentlich ist nicht viel passiert. Er war die ganze Zeit in seiner Suite, die extra umgebaut wurde. Allerdings hat er an dem Abend das komplette Restaurant eingeladen. Keiner der Gäste, ob Presse oder Privatpersonen, musste auch nur einen Pfennig zahlen.“

Und wer war sein Lieblingsgast? Seine Augen fangen an zu leuchten: „Das war Whitney Houston“, erwidert er sofort. „Keiner wusste, dass sie hier untergebracht war. Als sie auf einmal im Restaurant vor mir stand und ich zum ersten Mal ihre Stimme hörte, wusste ich, warum die Amerikaner sie auch „The Voice“ nannten. So warm und weich und wohltuend.“ Er habe richtig weiche Knie bekommen, erinnert sich Herr Birkenfeld.

Jeder Gang ein Erlebnis: Das nenne ich mal Hotel-Atmosphäre.

Jeder Gang ein Erlebnis: Das nenne ich mal Hotel-Atmosphäre.

Geschichte und Geschichten

Nicht nur die Gäste bringen unzählige Geschichten mit, auch hinter den Kulissen geschieht viel Erzählenswertes. Außerdem gibt es hier eine ganze Menge zu gucken. Mir fällt auf Anhieb kein zweiter Bau in Bremen ein, der so viele Stile und Farben in seiner Einrichtung vereint. Ich verlasse den „Kreuzfahrtdampfer“ mit Blick in die Weiten des Bürgerparks und fühle mich sehr vornehm dabei. Wer es edel und gehoben mag, der kommt mit Sicherheit gerne an Bord des Park Hotels. Der große Vorteil gegenüber echten Kreuzfahrten: Es schwankt nicht.

Kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht. Notwendige Felder sind markiert *