Pausenplatz: Forum Am Wall

Bei einer Bremen-Tour braucht es zwischendurch ein Päuschen. Ein Tipp ist das Forum Am Wall im alten Polizeihaus. Dort gibt’s nicht nur feine Suppen oder französische Tartes, sondern jede Menge Bremen-Literatur. Denn mit im Gebäude sitzt die Stadtbibliothek.

Dass dieses Gebäude einst für Recht und Ordnung erbaut worden war, sieht man dem großen, erhabenen Polizeihaus bei den Wallanlagen wohl an. Nur einen Steinwurf entfernt vom Bremer Gericht wurde es dort 1906 gebaut. Rund hundert Jahre später zog das zentrale Polizeipräsidium aus und ein Umbau machte das Gebäude zum heutigen “Forum Am Wall”. Polizisten — genauer gesagt das Polizeirevier Innenstadt — gibt es dort immer noch, allerdings auch die Zentralbibliothek, das Deutsche Tanzfilminstitut und Cafés, die zu kleinen, feinen Pausen einladen.

Im ehemaligen Polizeihaus sitzt die Stadtbibliothek

Hinter den Wallanlagen liegt das Forum Am Wall. Ehemals Sitz der Bremer Polizei, gibt es dort heute Kaffee und Kultur.

Forums-Mitbewohner: Die Suppenküche Emmi

Die Suppenküche Emmi ist so ein Pausenplatz. Jeden Tag setzen die Besitzerin Melanie Papen und ihre Köche töpfeweise Suppe auf – im Winter gut 120 Liter. “Nichts kommt hier aus dem Eimer”, sagt die Quereinsteigerin, deren Laden nach ihrer Großmutter benannt ist. Besonders zur Mittagszeit bilden sich lange Schlangen an Suppenfans, die Appetit auf hochwertiges Gemüse und Biofleisch haben.

Chefin Melanie Papen in der Suppenküche Emmi

Das Forum Am Wall feiert in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum — und mit ihm auch Emmi. Nein, nicht die Besitzerin heißt so, sondern ihre Suppenküche.

Die Lage sei ideal, wie Melanie sagt. Viele Gäste kommen auf dem Weg von der Altstadt zum Viertel vorbei oder verbinden eine Suppe mit dem Besuch der Stadtbibliothek, die sich ebenfalls im Haus befindet. Zum Nachtisch gibt’s nebenan französische Backkunst — Tartes, bunte Macarons oder Eclairs — beim Café Maître Stephan.

Stadtbibliothek Bremen

Auf drei Etagen hat die Zentralbibliothek mehr als 500000 Medien im Angebot. Im offenen Lesegarten (links) sind sogar Essen und Trinken erlaubt. Neben Büchern sind auch Kunstwerke ausleihbar (rechts).

Programm für alle: In der Bib‘ gibt’s nicht nur Bücher

Wer die selbst geschmierte Stulle in der Tasche hat, findet im Lesegarten der Stadtbibliothek ein ruhiges Plätzchen, wo Essen und Trinken erlaubt sind. Einmal drin, lässt es sich auf drei Etagen mit Kinder- und Krimibibliothek, Lesesofas oder einem begehbaren Piratenschiff gut aushalten.

Krimibibliothek und Ausstellung in der Stadtbibliothek

Nicht nur aus Büchern lernt man (Krimi-Bibliothek ganz links), sondern auch durch Ausstellungen (rechts): In den 1915 aufgestellten Holzroland konnten gegen eine Gebühr Nägel als Spende für den Krieg geschlagen werden.

Natürlich können auch Nicht-Bremer einen Blick in eines der rund 550000 Medien werfen – von elektronischen Zeitschriften aus aller Herren Länder bis hin zu Kunstobjekten. Mehr als 3000 Grafiken, Fotografien oder Kunstvideos sind im Bestand ausleih- und anschaubar. Auch kostenlose Ausstellungen sind oft zu sehen – momentan über Bremer Frauen während des ersten Weltkriegs. Reinschauen lohnt.

PS: Bücher über Bremen stehen massenweise im Wall-Flügel im zweiten Stock.

 

Ein Kommentar zu “Pausenplatz: Forum Am Wall

  1. Ich liebe die vegetarischen Suppen bei Emmi …

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