Schaulaufen der Schiffe

Zeig her was du hast: Am Bremer Fährtag verbinden die schönsten Schiffe Bremens Weserufer und Stadtteile. Wer’s verpasst hat, sei getröstet: bis September pendelt die Weserfähre zwischen Gröpelingen und Woltmershausen. Und was das andere Ufer bietet, ist ideal für Shopper, Radfahrer und Stadterkundler.

Das Schiff Ozeana am Martinianleger

1937 in Bremen geboren: Am Bremer Fährtag wird die Oceana (links) am Pier 2 anlegen.

Heute nehme ich das Schiff statt Fahrrad oder Straßenbahn. Am Bremer Fährtag schipper’ ich zur Waterfont in Gröpelingen und zum Lankenauer Höft in Woltmershausen. Normalerweise durch das Wasser getrennt, werden die Schiffe der Reederei Hal Över die beliebtesten Plätze am Bremer Weserufer verbinden — vom Weserstation bis zum Badestrand Woltmershausen. Los geht’s am Martinianleger an der Schlachte, wo die „Oceana“ schon auf mich wartet.

Erwin Paschke und Dieter Stratmann

Auf dem Wasser und an Land sorgen sie dafür, dass alles läuft: Erwin Paschke (links) und Dieter Stratmann.

Unter dem Ruder von Kapitän Paschke fährt das 1937 erbaute Schiff sanft brummend Richtung Bremens Norden. Während wir Europahafen und Molenturm passieren, hallt durch Paschkes Mikrofon ein Mix aus Seemannsgarn und Ortsbeschreibung, der auf jahrzehntelanger Erfahrung als Bremer Schiffsführer fußt.

Angekommen am Pier 2 dringen Funksprüche auf die Brücke: die letzten Passagiere (auch wenn sie gerade den Kapitän fotografieren) sollten jetzt bitte von Bord gehen. Die neun Schiffe, die heute auf der Weser kreisen, fahren (noch) nach Zeitplan — und Hal Över Geschäftsführer Dieter Stratmann sorgt persönlich dafür, dass es so bleibt. „Super Sache euer Fährtag, wie letztes Jahr“, sagt ein Passagier, der gerade von Bord geht. Den Blick kaum von Armbanduhr und Smartphone abgewandt, behält Stratmann den Überblick: Über die gut 90 Jahre alte Gräfin Emma, schlank und filigran, die rundliche Friedrich (Startbild oben) oder die aus den 50ern stammende, schwarz lackierte Pusdorf. „Passt gut auf eure schönen alten Schiffe auf“, ruft ein weiterer Passagier.

Die Schiffe fahren um den Molenturm

Fährt im Dreieck Pier 2 — Molenturm — Lankenauer Höft: die 60 jahre alte „Pusdorp“ (links, Oceana rechts).

Von hier, dem Anleger am Pier 2, wo auch das Einkaufszentrum Waterfront ist, kann man mit der Weserfähre bis Ende September das Dreieck bis zu den Uferseiten Molenturm und Lankenauer Höft überqueren. Vom Turm wandert sich’s entspannt zum Europahafen, vom Höft aus erschließen sich zahlreiche Rad- und grüne Fußwege.

Es wäre ein Traum, sagt Dieter Stratmann, den Fährverkehr, der in den 80ern eingestellt wurde, wieder stärker auszubauen. „Früher sind die Menschen, die in den Hafengebieten gearbeitet haben, mit Rad und Fähre befördert worden. Das würden wir heute gerne wieder aktivieren.“ Der Fährtag, ins Leben gerufen vom Gröpelinger Verein Kultur vor Ort, ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Mehr rund um die Schiffahrt in Bremen findet ihr hier.

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