Impressionen aus Schwachhausen

Inspiriert von meinem gestrigen Spaziergang, möchte ich heute über unseren wunderschönen Stadtteil Schwachhausen schreiben. Ich selber habe eine ganz besondere Beziehung zu ihm, da ich hier die ersten 10 Jahre meines Lebens aufgewachsen bin und ich dadurch ganz viel in diesen Straßen erlebt habe. Aber dazu gleich mehr … Schon wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, beginnt der Stadtteil Schwachhausen. Zentral gelegen bietet er für Jedermann eine ideale Lage, wobei die Einfamilienhäuser doch eher der gehobenen Preiskategorie entsprechen. Dennoch finden auch Studenten in gemütlichen Einzimmerwohnungen eine perfekte Lage zur Uni und zur Innenstadt. Begibt man sich in die Straßen des Stadtteiles, stechen einem sofort die ersten Altbremer Häuser ins Auge, die mit ihren aufwendigen Fassaden unglaublich schön anzusehen sind. Auch ich habe in einem Altbremer Haus gewohnt. Jeden Morgen bin ich mit meinem kleinen Schulranzen die Georg-Gröning-Straße hinaufmarschiert, vorbei an den schmalen hohen Altbremer Villen bis hin zu meiner Grundschule.

Genau hier haben meine Freundin Nina und ich uns jeden Morgen pünktlich um 8:30 Uhr getroffen

Genau hier haben meine Freundin Nina und ich uns jeden Morgen pünktlich um 8:30 Uhr getroffen

Künstler in kunsthistorischen Häusern

Ein Haus mit besonderer Bedeutung steht in der Schwachhauser Heerstraße 23, denn hier hat die berühmte Künstlerin Paula Modersohn-Becker gelebt. Im Haus Paula Becker finden auch heute noch Veranstaltungen in Andenken an die Expressionistin statt. Kleiner Tipp: Wer die Künstlerin noch besser kennenlernen möchte, besucht am besten das Paula Modersohn-Becker Museum in der Böttcherstraße beim Marktplatz und bewundert hier ihre Bilder.

Haus Paula Becker

Haus Paula Becker

Wo ich gerade schon von Kunst und berühmten Persönlichkeiten spreche… Hier in Schwachhausen hat auch unser Stadtmuseum seinen Sitz. Das Focke-Museum begeistert nicht nur mit seinen beeindruckenden Großobjekten zu der Entstehung Bremens. Es finden auch regelmäßig fantastische Sonderausstellungen mit Vorträgen, Lesungen und Themenführungen statt. Hier ist für jeden etwas dabei.

Focke-Museum

Focke-Museum

Von Eichhörnchen und Gräbern

Mein putziger Waldfreund

Mein putziger Waldfreund

Etwa 100 Meter Luftlinie entfernt, erstreckt sich der Riensberger Friedhof. Auf dem Weg vom Focke-Museum zum Friedhof ist mir dann etwas total Süßes passiert. Zwei Eichhörnchen jagten wie wild von rechts nach links über die Straße. Die Bäume hoch und wieder runter. Schnell zückte ich meine Kamera und legte eine wahrscheinlich für außenstehende sehr lustig anzusehende Aufholjagd ein. Tatsächlich habe ich es geschafft ein Foto von dem quirligen Tier zu machen. Dabei schaute es mich in seinem putzigen Männchenstand direkt in die Augen. Als wollte es mir sagen: „Pass auf mein Freund, mich kriegst du nicht.“ Und Schwupps war es auch schon wieder verschwunden.

Eichhörnchen sieht man rund um den Friedhof nicht selten, denn der Friedhof ist tatsächlich mehr Park als bedrückende Ruhestätte. Als ich gestern auf den Wegen zwischen den berühmten Bremer Persönlichkeiten hindurchlief, war ich von der Stimmung dort überrascht. Der Friedhof ist mit seinem See, mehreren Brücken, vielen sehr künstlerisch gestalteten Grabmälern und einer Backsteinkapelle alles andere als bedrückend oder beängstigend. Der Friedhof steht seit 2011 unter Denkmalschutz und wird durch tägliche Pflege in Schuss gehalten.

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Riensberger Friedhof

Das grüne Herz Bremens – neben Werder natürlich

Bleibe ich doch gleich bei Seen und Brücken und komme zu meinem persönlichen Höhepunkt. Kaum zu glaube, aber tatsächlich erstreckt sich nur wenige Minuten von den stark befahrenen Straßen unser grünes Herz Bremens – der Bürgerpark mit Stadtwald. Mit diesem Park verbinde ich ganz besondere Erinnerungen. In ihm lernte ich Fahrrad fahren, als mein Papa mich auf meinem kleinen Fahrrad rücksichtlos den Hügel hinunterschubste. Das war dann mein erstes Mal alleine auf dem Fahrrad ohne Stützräder und mein erster Sturz mit dem Kopf voran. Hier bin ich auch das erste Mal mit meiner kleinen Schwester gerodelt.

Der erschien mir früher viel steiler und abenteuerlicher

Der erschien mir früher viel steiler und abenteuerlicher

Als ich so durch das Laub auf den Wegen lief, wurde ich tatsächlich etwas sentimental. Jedes Jahr um diese Zeit bin ich mit meiner Kindergartengruppe Laterne gelaufen, bei der wir unsere selbstgebastelten Werke stolz unseren Mamis und Papis präsentierten. Wenn die Blätter der Bäume in satten Brauntönen erstrahlen, füllt sich der Park wie von selbst. An sonnigen Nachmittagen treffen sich Fahrradfahrer, Walker, Läufer, Familien und sogar Reiter um den Spätsommer noch einmal so richtig zu genießen. Auch ich bin jetzt zwar nicht mehr auf den Spielplätzen zu finden, dafür aber auf meinem Pferd, wenn ich auf der Reitbahn entlang der Eisenbahn galoppiere.

Gastbeitrag von Marla Malcherek

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Die Galoppstrecke im Bürgerpark

 

3 Anmerkungen zu “Impressionen aus Schwachhausen

  1. Renate says:

    Oh ja, das gibt einen schönen Eindruck von Schwachhausen. So vielfältig und auch groß. Da hast du wirklich einen laaangen Spaziergang gemacht.

  2. H. Pötschke says:

    Vergessen wurde der Hinweis, daß der Stadtwald an den Bürgerpark grenzt. Die Grenze zwischen Bürgerpark und Stadtwald ist durch die Eisenbahnstrecke Bremen / Hamburg
    zu vermerken !
    Mit freundlichen Grüßen
    Herbert Pötschke, Bremen

  3. Gastbeitrag says:

    Ja, stimmt. Ich hab die beiden Teile als Kind immer als Ganzes wahrgenomen, deshalb trenne ich die zwei Parks gedanklich nicht. Aber Sie haben natürlich Recht, es sind zwei verschiedene.
    Lieben Gruß, Marla Malcherek

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