Beck’s

Bremens berühmtestes Bier – ein Videodreh bei Beck’s

Ein Video sollte es werden. Zu einer unserer beliebtesten Touren: der Führung durch die Brauerei Beck & Co. Wie es dazu kommt, dass wir jetzt verstärkt Filme drehen und zeigen, könnt ihr in diesem Blick hinter die Kulissen unseres Filmteams nachlesen. Jetzt möchte ich euch ganz konkret zeigen, wie der Film zur Beck’s Brauereiführung entstanden ist. Vor zwei Jahren (so lange ist das schon her?) habe ich euch schon einmal mit zu einem Foto-Shooting unserer Raumfahrt-Führung genommen. Die Arbeiten rund um den Beck’s Film waren durchaus vergleichbar und dann doch wieder ganz anders.

Die Vorbereitung

Ich hatte die Führung bei Beck’s schon einmal selbst als Gast gemacht. Das brachte den Vorteil, dass ich schon bestimmte Motive im Kopf hatte, die ich für den Film wichtig hielt. Schließlich sollte der Film die Führung so zeigen, wie sie tatsächlich für jeden Besucher abläuft. Ich hatte also einen kleinen Drehplan im Kopf.

Jetzt fehlten mir noch Models. Schließlich wird die Tour ja nicht ohne Menschen gemacht. Lea und Ingrid, die auch im Filmteam sind und hier auf dem Blog schreiben, sowie zwei Auszubildende, Kimberly und Maxi, sind gern in die Rolle der Gäste geschlüpft. Auf der Seite von Beck’s fanden wir in Pia Gätjen eine charmante Begleiterin, die im Film auftritt.

Nach der Terminabstimmung mit allen Beteiligten konnte es fast schon losgehen. Vorher musste ich aber noch das passende Werkzeug zusammensuchen. Nach einigen Tests mit einer kleinen Handkamera, dem Smartphone und der Spiegelreflexkamera fiel die Wahl am Ende auf die schwere Spiegelreflexkamera. Ihre Aufnahmequalität und vor allem das lichtstarke Weitwinkelobjektiv sprachen einfach für sich. Schließlich sollte ein uns so wichtiges Thema nicht am Ende an schlechter Ausstattung scheitern. Natürlich musste auch ein Stativ mit, um die Bilder in den einzelnen Räumen optimal einzufangen.

Der Dreh vor Ort

Für unseren Videodreh vor Ort hatten wir drei Stunden eingeplant, die wir auch tatsächlich gebraucht haben. Nach einer kurzen Begrüßung ging es direkt los. Unser Guide hat die Führung im Grunde so durchgeführt, als wären wir eine ganz normale Gruppe. Ich habe dann lediglich manchmal die Gruppe anders aufgestellt (besser zum Licht oder dichter beieinander) und Zeichen gegeben, wann ich genügend Material für eine Szene beisammen hatte. Dabei muss ich zugeben, dass ich am Anfang eine Weile gebraucht habe, um mich in die Rolle der Regisseurin einzufinden. Ich bin ja auch kein Profi und gleichzeitig Filmen und Anweisungen geben, war schon eine Herausforderung. Unterstützung beim Filmen erhielt ich zum Glück von meiner Kollegin Ingrid, die mit einer zweiten Kamera noch einige Detailaufnahmen machte.

Nach drei Stunden Drehen (normal dauert die Führung ca. 2 Stunden) waren wir alle auch reichlich geschafft, aber damit war das Thema ja nicht beendet. Die eigentliche Arbeit lag noch vor mir.

Die Nachbearbeitung

Zurück im Büro ging es ans Sichten des gedrehten Materials. Alle Szenen mussten einmal angesehen und bewertet werden. Aufnahmen, in denen Personen zu sehen waren, deren Einverständnis für den Film nicht vorlag, konnten gleich gelöscht werden. Ebenso wie Aufnahmen, die zu verwackelt waren, oder in denen das Stativ blöderweise einmal zu schief stand.

Sichten, zusammensetzen, schneiden – bis der Film fertig war, mit Texten und Musik, sind noch einmal etwa 20 Stunden vergangen. Profis sind vielleicht schneller, aber für mich war es das erste große Projekt.

Am Ende steht jetzt ein Film von etwa 2:30 min. Länge, auf den ich durchaus stolz bin.

Was sagt ihr zu dem Ergebnis?

Bremen maritim: Wo Landratten gern zu Wasser gehen

Ich habe gerade die ersten beiden Teile von „Fluch der Karibik“ gesehen. Mal wieder. Genau die richtige Vorbereitung, um sich am nächsten Tag mit ein paar freibeuterischen Gefühlen an Bord des neuen Gastronomie- und Hotelschiffs „Alexander von Humboldt“ zu wagen und sich das berühmte Beck’s-Schiff bei einer Schiffsführung genauer anzuschauen.

Los geht es in der Innenstadt. Von der Wachtstraße aus fährt der Bus in Richtung Neustadt, vorbei am Beck’s und Haake-Beck Besucherzentrum, wo auch die Brauerei-Touren starten.

Pinnocchio wäre gerne mitgefahren.

Pinnocchio wäre gerne mitgefahren.

Während der Fahrt erfahre ich schon mal eine Menge über Bremer Bier: Zum Beispiel, dass jede Minute  weltweit 3000 Flaschen Beck’s geöffnet werden. Oder dass die Flaschenfarbe der Bremer Biermarke reiner Zufall war – der Lieferant hatte einfach auch grüne Weinflaschen im Repertoire. Als ein kurzer Exkurs zu Craft Bieren beginnt, beobachte ich lieber den freitäglichen Stauwahnsinn in Richtung Hochstraße. Denn das mit dem Bremer Hopfenfänger und dem süffigen Surfer-Bier kommt mir bekannt vor.

„Folge deinem inneren Kompass“

Auf der Fahrt erinnere ich mich: Das weltweit beliebte Spitzen-Pilsener von Welt setzte der „Alex“ mit ihren grünen Segeln in den neunziger Jahren ein Denkmal und machte es in zahlreichen Werbespots zu DEM Beck’s-Schiff. Der Song „Sail Away“ löst auch bei mir heute noch ein akutes Durstgefühl aus, wahrscheinlich wurde ich tatsächlich durch Werbung sozialisiert und mit meinen Gefühlen stimmt gar nix mehr.

Die markanten grünen Segel machten die Alex zum langjährigen Beck's-Werbeschiff.

Die markanten grünen Segel machten die Alex zum langjährigen Beck’s-Werbeschiff.

Feierabend-Cocktails auf dem Oberdeck, eine gute Idee.

Feierabend-Cocktails auf dem Oberdeck, eine gute Idee.

Auf der Busfahrt erfahre ich, dass die „Alex“ 1906 von der Bremer Weserwerft gebaut wurde und bis 1986 in deutschen Gewässer als Reserve-Feuerschiff im Einsatz war. Nach einer schweren Kollision mit einem Motorschiff begann die Frühverrentung des Feuerschiffs: Es wurde von der Deutschen Stiftung Sail Training gekauft und zur Windjammer umgerüstet. 1988 wurde die Bark auf den Namen „Alexander von Humboldt“ getauft, benannt nach dem großen deutschen Naturfoscher. Bis 2011 war sie als Ausbildungsschiff für Jugendliche unterwegs.

Ein Blick vorbei an den Kabinen bis zur Kombüse - und zurück.

Ein Blick vorbei an den Kabinen bis zur Kombüse – und zurück.

Nach 80 aktiven Dienstjahren ist die „Alex“ jetzt im Hafen der Rente angekommen. Könnte man meinen. Als ich am Europahafen aus dem Bus steige und  das Deck der „Alex“ erklimme, erlebe ich jede Menge Trubel: Unten, im Restaurantbereich werden die letzten Tische eingedeckt, draußen an Bord bestellt ein Tisch mit Gästen Bier, ein anderer Chilli con Carne. Und auf der Gangway werden leere Bier-Fässer von zwei Männern hinauf gerollt.

Auf der Speisekarte stehen ansonsten solide norddeutsche Gerichte wie Bremer Labskaus, Matjes und Nordseekrabben – aber neben Chili auch kubanisches Fischcurry und Vanillepudding auf Rum-Kirschen, um die Gäste auf Deck zu verlocken. Jack Sparrow hätte sicherlich Aperol Sprizz und Rhabarbersaft zum Teufel gejagt und eine Flasche Captain Morgan bestellt, ay, keine Frage.

Seefahrer-Romantik mit Komfort

Bei der Schiffsführung entpuppt sich der nette Busfahrer zugleich als kurzweiliger Führer und aktueller Bewohner der Kapitänskajüte. Jochen Prasuhn zeigt uns die „Blaue Lagune“, das Reich des Kapitäns, das im ursprünglichen Stil erhalten blieb. Ein Ehepaar aus Berlin ist ebenfalls dabei als wir zwei der insgesamt 15 Doppel- und Vierbettkabinen begutachten, in denen insgesamt bis zu 40 Personen nächtigen können. Wo früher acht Mariner unterkamen (Pumakäfig), teilen sich jetzt maximal vier Personen die Unterkunft (Komfort-Unterkunft) mit modernem Bad inklusive Dusche und WC.

Jochen Prasuhn führt durch die "Blaue Lagune" und die Kabinen mit typischem Schiffsausblick.

Jochen Prasuhn führt durch die „Blaue Lagune“ und die Kabinen mit typischem Schiffsausblick.

Unser Lotse Jochen freut sich auf das kommende Jahr, wenn die „Alex“ endlich am Martinianleger schwimmen darf. „Die Lage hier ist gut, aber direkt an der vorderen Schlachte werden viel mehr Gäste das Schiff entdecken.“ Er bringt mir und meiner Begleitung ein wohltemperiertes Beck’s auf das Deck und wir machen es uns am Bug bequem, um die Aussicht und das Schunkeln des Schiffes zu genießen – ganz anders als auf der ewig düsteren Black Pearl, vermute ich.

Die grünen Segel sind noch da!

Die grünen Segel sind noch da!

Karibik und Kanaren statt Isla Muerta

Schon merkwürdig, denke ich, als ich lese, dass die „Alex“ unzählige Reisen quer durch die Weltmeere unternommen hat. Zwar hatte sie nie die Isla de Muerta vor Augen, jedoch die Karibik, Kapverden und Kanaren angesteuert sowie mehrere Atlantiküberquerungen und die Umrundung Kap Hoorns absolviert. Dabei legte der Dreimaster über 500.000 Seemeilen zurück. Und jetzt liegt er hier, im Bremer Hafen. Seitdem die „Alex“ 2013 als Gastronomie- und Hotelschiff umgebaut wurde, beschäftigt sich die Crew natürlich nicht mehr vorrangig mit Rigg, Windstärke und Logbuch, sondern mit frischer Bettwäsche und dem täglichen Getränkenachschub.

Ein alkoholfreies Beck's und ein paar Notizen - das Bloggerinnenleben ist hart.

Ein alkoholfreies Beck’s und ein paar Notizen – das Bloggerinnenleben ist hart.

Ein schönes Rentnerinnen-Dasein, finde ich. Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und im Rückblick viele schöne Erinnerungen – was will man mehr?! Und wer es piratenhafter mag, guckt entweder 2017 den fünften Teil von „Fluch der Karibik“ oder besucht bis dahin mal die „Admiral Nelson“ mit ihren imposanten Kanonen an Bord.

Und wer jetzt nicht nur Lust auf die „Alex“ bekommen hat, sondern sich mehr Dreimaster, Schoner und Segelkutter anschauen möchte, kann sich vom 12. bis 16. August auf der Sail Bremerhaven satt sehen. Dort ist auch die „Alexander von Humboldt II“ zu entdecken, die Nachfolgerin der „Alex“. Viel Vergnügen, äh, Mast und Schotbruch!