Überseestadt

Auf der Suche nach dem Gin des Lebens

Viele Worte um ein Getränk, das derzeit so gut wie in aller Munde ist: Wikipedia bezeichnet Gin relativ unspektakulär als „meist farblose Spirituose“ oder schlicht „Wacholderschnaps“. Für das Managermagazin gilt Gin als „Trendgetränk“ und es behauptet: „Der Barklassiker erlebt derzeit ein Revival.“ Die Frauenzeitschrift Instyle geht noch weiter. Für sie ist Gin eine „Wunderwaffe“, denn „Gin ist reich an Anti-Oxidantien und neutralisiert freie Radikale, die für eine schnelle Hautalterung verantwortlich gemacht werden.“

Fakt ist: Gin ist in! Ich selbst mag ihn auch äußerst gern und habe endlich die Chance genutzt, mehr über dieses In-Getränk zu erfahren: während eines Gin-Tastings bei „Piekfeine Brände“ in der Überseestadt Bremen. (mehr …)

Weihnachtsduft im Hafenquartier

„In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei. Zwischen Mehl und …“ Ach, stimmt ja gar nicht. Die Lebkuchen Manufaktur Manke und Coldewey kommt ja ganz ohne Mehl aus. Die handgefertigten Elisenlebkuchen sind daher sogar glutenfrei. Aber das ist noch lang nicht alles, was das süße Weihnachtsgebäck aus Bremen zu bieten hat. (mehr …)

Bremen maritim: Wo Landratten gern zu Wasser gehen

Ich habe gerade die ersten beiden Teile von „Fluch der Karibik“ gesehen. Mal wieder. Genau die richtige Vorbereitung, um sich am nächsten Tag mit ein paar freibeuterischen Gefühlen an Bord des neuen Gastronomie- und Hotelschiffs „Alexander von Humboldt“ zu wagen und sich das berühmte Beck’s-Schiff bei einer Schiffsführung genauer anzuschauen.

Los geht es in der Innenstadt. Von der Wachtstraße aus fährt der Bus in Richtung Neustadt, vorbei am Beck’s und Haake-Beck Besucherzentrum, wo auch die Brauerei-Touren starten.

Pinnocchio wäre gerne mitgefahren.

Pinnocchio wäre gerne mitgefahren.

Während der Fahrt erfahre ich schon mal eine Menge über Bremer Bier: Zum Beispiel, dass jede Minute  weltweit 3000 Flaschen Beck’s geöffnet werden. Oder dass die Flaschenfarbe der Bremer Biermarke reiner Zufall war – der Lieferant hatte einfach auch grüne Weinflaschen im Repertoire. Als ein kurzer Exkurs zu Craft Bieren beginnt, beobachte ich lieber den freitäglichen Stauwahnsinn in Richtung Hochstraße. Denn das mit dem Bremer Hopfenfänger und dem süffigen Surfer-Bier kommt mir bekannt vor.

„Folge deinem inneren Kompass“

Auf der Fahrt erinnere ich mich: Das weltweit beliebte Spitzen-Pilsener von Welt setzte der „Alex“ mit ihren grünen Segeln in den neunziger Jahren ein Denkmal und machte es in zahlreichen Werbespots zu DEM Beck’s-Schiff. Der Song „Sail Away“ löst auch bei mir heute noch ein akutes Durstgefühl aus, wahrscheinlich wurde ich tatsächlich durch Werbung sozialisiert und mit meinen Gefühlen stimmt gar nix mehr.

Die markanten grünen Segel machten die Alex zum langjährigen Beck's-Werbeschiff.

Die markanten grünen Segel machten die Alex zum langjährigen Beck’s-Werbeschiff.

Feierabend-Cocktails auf dem Oberdeck, eine gute Idee.

Feierabend-Cocktails auf dem Oberdeck, eine gute Idee.

Auf der Busfahrt erfahre ich, dass die „Alex“ 1906 von der Bremer Weserwerft gebaut wurde und bis 1986 in deutschen Gewässer als Reserve-Feuerschiff im Einsatz war. Nach einer schweren Kollision mit einem Motorschiff begann die Frühverrentung des Feuerschiffs: Es wurde von der Deutschen Stiftung Sail Training gekauft und zur Windjammer umgerüstet. 1988 wurde die Bark auf den Namen „Alexander von Humboldt“ getauft, benannt nach dem großen deutschen Naturfoscher. Bis 2011 war sie als Ausbildungsschiff für Jugendliche unterwegs.

Ein Blick vorbei an den Kabinen bis zur Kombüse - und zurück.

Ein Blick vorbei an den Kabinen bis zur Kombüse – und zurück.

Nach 80 aktiven Dienstjahren ist die „Alex“ jetzt im Hafen der Rente angekommen. Könnte man meinen. Als ich am Europahafen aus dem Bus steige und  das Deck der „Alex“ erklimme, erlebe ich jede Menge Trubel: Unten, im Restaurantbereich werden die letzten Tische eingedeckt, draußen an Bord bestellt ein Tisch mit Gästen Bier, ein anderer Chilli con Carne. Und auf der Gangway werden leere Bier-Fässer von zwei Männern hinauf gerollt.

Auf der Speisekarte stehen ansonsten solide norddeutsche Gerichte wie Bremer Labskaus, Matjes und Nordseekrabben – aber neben Chili auch kubanisches Fischcurry und Vanillepudding auf Rum-Kirschen, um die Gäste auf Deck zu verlocken. Jack Sparrow hätte sicherlich Aperol Sprizz und Rhabarbersaft zum Teufel gejagt und eine Flasche Captain Morgan bestellt, ay, keine Frage.

Seefahrer-Romantik mit Komfort

Bei der Schiffsführung entpuppt sich der nette Busfahrer zugleich als kurzweiliger Führer und aktueller Bewohner der Kapitänskajüte. Jochen Prasuhn zeigt uns die „Blaue Lagune“, das Reich des Kapitäns, das im ursprünglichen Stil erhalten blieb. Ein Ehepaar aus Berlin ist ebenfalls dabei als wir zwei der insgesamt 15 Doppel- und Vierbettkabinen begutachten, in denen insgesamt bis zu 40 Personen nächtigen können. Wo früher acht Mariner unterkamen (Pumakäfig), teilen sich jetzt maximal vier Personen die Unterkunft (Komfort-Unterkunft) mit modernem Bad inklusive Dusche und WC.

Jochen Prasuhn führt durch die "Blaue Lagune" und die Kabinen mit typischem Schiffsausblick.

Jochen Prasuhn führt durch die „Blaue Lagune“ und die Kabinen mit typischem Schiffsausblick.

Unser Lotse Jochen freut sich auf das kommende Jahr, wenn die „Alex“ endlich am Martinianleger schwimmen darf. „Die Lage hier ist gut, aber direkt an der vorderen Schlachte werden viel mehr Gäste das Schiff entdecken.“ Er bringt mir und meiner Begleitung ein wohltemperiertes Beck’s auf das Deck und wir machen es uns am Bug bequem, um die Aussicht und das Schunkeln des Schiffes zu genießen – ganz anders als auf der ewig düsteren Black Pearl, vermute ich.

Die grünen Segel sind noch da!

Die grünen Segel sind noch da!

Karibik und Kanaren statt Isla Muerta

Schon merkwürdig, denke ich, als ich lese, dass die „Alex“ unzählige Reisen quer durch die Weltmeere unternommen hat. Zwar hatte sie nie die Isla de Muerta vor Augen, jedoch die Karibik, Kapverden und Kanaren angesteuert sowie mehrere Atlantiküberquerungen und die Umrundung Kap Hoorns absolviert. Dabei legte der Dreimaster über 500.000 Seemeilen zurück. Und jetzt liegt er hier, im Bremer Hafen. Seitdem die „Alex“ 2013 als Gastronomie- und Hotelschiff umgebaut wurde, beschäftigt sich die Crew natürlich nicht mehr vorrangig mit Rigg, Windstärke und Logbuch, sondern mit frischer Bettwäsche und dem täglichen Getränkenachschub.

Ein alkoholfreies Beck's und ein paar Notizen - das Bloggerinnenleben ist hart.

Ein alkoholfreies Beck’s und ein paar Notizen – das Bloggerinnenleben ist hart.

Ein schönes Rentnerinnen-Dasein, finde ich. Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und im Rückblick viele schöne Erinnerungen – was will man mehr?! Und wer es piratenhafter mag, guckt entweder 2017 den fünften Teil von „Fluch der Karibik“ oder besucht bis dahin mal die „Admiral Nelson“ mit ihren imposanten Kanonen an Bord.

Und wer jetzt nicht nur Lust auf die „Alex“ bekommen hat, sondern sich mehr Dreimaster, Schoner und Segelkutter anschauen möchte, kann sich vom 12. bis 16. August auf der Sail Bremerhaven satt sehen. Dort ist auch die „Alexander von Humboldt II“ zu entdecken, die Nachfolgerin der „Alex“. Viel Vergnügen, äh, Mast und Schotbruch!

Schuppen Eins: vintage car heaven

I’ll admit, I’m no petrol head. I’m just happy enough if my blue Ford gets me comfortably from A to B. A car’s looks aren’t important to me, let alone its history. And yet … even I find myself completely captivated by this attraction in Bremen.

I made my first trip to Schuppen Eins when a friend of mine came to visit. We primarily came for a bite to eat … but more about that later. My friend lives in Hamburg, and so I wanted to show her the Überseestadt (New Harbour District) while she was in the city. The Bremen Town Musicians would just be too obvious ;-)

Friends of mine had recommended a new Syrian restaurant in Schuppen Eins, so off we went in search of it. But as soon as we stepped through the glass doors into this vast building, all thoughts of food took a back seat. We were amazed by what we found inside.

Situated in the harbour basin of Bremen’s Europahafen, Schuppen Eins was built in 1959 as a double-storey cargo transshipment facility (or Stückgutumschlagschuppen in German, a bit of a tongue-twister!), constructed around a skeleton of reinforced concrete. In contrast to a storehouse, where goods were stored away for long periods, Schuppen Eins was a warehouse and short-term unloading and loading point for all manner of goods. It was one of the most striking buildings to emerge from the post-war reconstruction of Bremen’s ports. Once complete, it was by far the largest port warehouse in Bremen.

For more than three decades, Schuppen Eins was used solely as a transshipment point for unloading general cargo for the port. In 1993, they began to store fruit in here, and in 1999/2000, the company Dittmeyer repurposed the building as a fruit juice bottling plant.

In 2007, the building was bought by two investors, who carried out extensive renovations and building works on the site. The part of the building that stands downriver was transformed over the course of four years to become the new-look Schuppen Eins, a centre for automotive heritage and motoring.

Ein imposanter Anblick erwartet die Besucher beim Eintritt in den Schuppen Eins.

Visitors are met with an impressive sight on entering Schuppen Eins.

A 150-metre boulevard welcomes visitors to the new classic car centre housed inside the old warehouse. More than sixty vehicles from bygone decades line the passageway, greeting car enthusiasts and dazzling laypersons like me. Whether it’s the gleaming Borgward Isabella, the cute Fiat 500 or the cult-classic VW Campervan, every vehicle has its own story to tell.

Mal hochglänzend, mal bedeckt vom Staub der Geschichte … hier gibt es die unterschiedlichsten Facetten von Automobilgeschichte zu bestaunen.

Some are highly polished, others are covered in decades of dust … it’s a stunning display automotive history in its many forms.

The boulevard is also lined with glass-fronted workshops that demonstrate just how much hard work goes into keeping these prized motors in top condition. Vintage car owners come here not only to get their cars spruced up, but also to buy special accessories, including parts, clothing or gift items.

But you don’t have to bring your own classic car. Fancy going for a spin in a Ford Taunus, a right-hand drive Jaguar or a Mercedes Pagoda? These, and many other models, are available for hire from Schuppen Eins. Or you could opt for a Bentley complete with chauffeur, if that’s more your style.

Für jeden Geschmack das passende Automobil ...

The perfect car for every kind of driver …

On the first Saturday of the month from April to October, vintage car owners descend on Schuppen Eins to display their sports cars and beloved vehicles, to talk shop about restoration work and to seek inspiration. Visitors are always welcome too.

And that’s not all: there’s always something going on in the old – but new – quayside warehouse. Temporary exhibitions on wide-ranging subjects often occupy the lobby. Running until November, for instance, is an exhibition by the Chamber of Architects, which explores how buildings are repurposed. How fitting that it should take place inside one of Bremen’s finest conversion projects. The events calendar also includes fashion shows, model car fairs, and on St Nicholas’ Day on 6 December, there’s a festive family concert with the Bremen Philharmonic Orchestra.

Bei schönem Wetter kann man vor dem Schuppen Eins auch den Weserblick genießen.

On sunny days, Schuppen Eins offers great views of the Weser river.

And now, back to the subject of food. After a long walk down the boulevard (a great tip for a rainy day activity), our thoughts returned to our meal out. Al Dar is situated at the entrance to Schuppen Eins and is Germany’s biggest Syrian restaurant. But that doesn’t mean it has the feel of an aircraft hangar. Far from it. It exudes a warm and friendly atmosphere, and the decor is very unusual, cleverly combining Middle Eastern flair with the unfinished concrete of the erstwhile industrial surroundings. The food just so happens to be delicious too … Try the lamb and pine nuts lightly roasted in olive oil and served on a bed of chickpea purée with freshly squeezed lemon juice and tahini. The flavours of the vegetarian (or vegan) mezze platter will whisk you away to distant shores: tabbouleh, olive salad, falafel, houmous, muhammara, labneh, and sambusik pastries filled with cheese or spinach. And, to finish, Syrian rosewater pudding and homemade fig ice cream. Delicious!

Das syrische Restaurant Al-Dar am Eingang des Schuppen Eins.

Syrian restaurant Al Dar at the entrance to Schuppen Eins.

This extensive display of car heritage is as integral to Bremen as the three-pointed star is to a Mercedes bonnet. After all, Bremen is an automotive city. The city built its first car back in 1903, and the story then continued with production for local car makers Borgward. Today, the huge Mercedes-Benz factory in Bremen is a hub for the automotive industry. It is the city’s biggest employer and produces 300,000 cars every year.

If Schuppen Eins leaves you wanting more vintage cars and automotive heritage, be sure to get a ticket to Bremen Classic Motor Show. Taking place in February in Bremen’s exhibition centre, it showcases masterpieces on two and four wheels. And Schuppen Eins will be displaying some of its favourite cars there too.

Click here to watch our film on Schuppen Eins.

 

Schuppen Eins: Das Mekka für Oldtimerfans

Zugegeben, ein ausgesprochener Autofan bin ich nicht. Mir reicht es, wenn ich bequem mit meinem blauen Ford von A nach B komme. Das Äußere ist da nicht so wichtig, geschweige denn die Geschichte des Wagens. Und dennoch … Was gerade in Bremen entsteht, fasziniert mich ungemein.

Zu Besuch war ich im Schuppen Eins zum ersten Mal mit einer Freundin. Eigentlich wollten wir essen gehen … aber davon später mehr. Meine Freundin wohnt in Hamburg, und da war es für mich selbstverständlich, sie bei ihrem Besuch an der Weser mit der Überseestadt zu überraschen. Stadtmusikanten besucht ja jeder ;-)

Mir war von Freunden ein neues syrisches Restaurant empfohlen worden, also fuhren wir zum Schuppen Eins. Doch als wir durch die gläserne Tür des riesigen Gebäudes traten, musste das Essen erst mal noch warten. Was wir dort vorfanden, war schon eine Überraschung.

Der Schuppen Eins am Becken des Bremer Europahafens wurde 1959 ursprünglich als zweigeschossiger Stückgutumschlagschuppen (tolles Wort, oder?) in einer  Stahlbetonskelettkonstruktion (noch so’n tolles Wort!) errichtet. Im Gegensatz zu einem Speicher, in dem Waren langfristig eingelagert wurden, diente der Schuppen als Lagerhalle und kurzfristiger Umschlagplatz für Güter aller Art. Er zählte zu den besonders prägnanten Bauten des Nachkriegs-Wiederaufbaus in den stadtbremischen Häfen. Bei seiner Fertigstellung war er der bei weitem größte Hafenschuppen in Bremen.

Über drei Jahrzehnte wurde der Schuppen Eins als reines Stückgut-Umschlaggebäude für den Hafen genutzt. Ab 1993 wurden hier Früchte gelagert. 1999/2000 erfolgte eine Umnutzung durch die Firma Dittmeyer, die hier Fruchtsäfte abfüllte.

2007 wurde er von zwei Investoren gekauft, kernsaniert und komplett umgebaut. Aus dem weserabwärts liegenden Teil des Gebäudes entstand in über vier Jahren Umbauzeit der Schuppen Eins (ausgeschrieben!), das neue Zentrum für Automobilkultur und Mobilität.

Ein imposanter Anblick erwartet die Besucher beim Eintritt in den Schuppen Eins.

Ein imposanter Anblick erwartet die Besucher beim Eintritt in den Schuppen Eins.

Ein über 150 Meter langer Boulevard erwartet die Besucher des neuen Oldtimer-Zentrums nun beim Eintritt in den Schuppen. Über sechzig Fahrzeuge aus unterschiedlichsten Jahrzehnten begrüßen Autofans und bringen auch Laien zum Staunen. Ob glänzende Isabella von Borgward, Knutschkugel Fiat 500 oder der kultige VW-Bully – jedes Gefährt erzählt seine ganz eigene Geschichte.

Mal hochglänzend, mal bedeckt vom Staub der Geschichte … hier gibt es die unterschiedlichsten Facetten von Automobilgeschichte zu bestaunen.

Mal hochglänzend, mal bedeckt vom Staub der Geschichte … hier gibt es die unterschiedlichsten Facetten von Automobilgeschichte zu bestaunen.

Gläserne Werkstätten entlang des Boulevards lassen erahnen, wie aufwändig es ist, die Liebhaberstücke Teil um Teil zu restaurieren. Oldtimerfans können hier aber nicht nur ihr Gefährt aufmotzen lassen, sondern auch die ganz besonderen Accessoires erwerben, von Ausstattungsstücken bis zu Kleidung und Geschenkartikeln.

Es muss aber auch nicht immer das eigene Fahrzeug sein. Wie wäre es denn mal mit einer Fahrt in einer „Weltkugel“, einem „Rechtslenker“ oder der „Pagode“? Diese pittoresken Namen gaben die Hersteller Ford, Jaguar und Mercedes ihren Wagen. Diese und viele weitere Modelle gibt es als Mietwagen im Schuppen Eins. Oder doch vielleicht der Bentley mit Chauffeur?

Für jeden Geschmack das passende Automobil ...

Für jeden Geschmack das passende Automobil …

Von April bis Oktober treffen sich Oldtimerfans im Schuppen Eins jeden ersten Samstag im Monat, um ihre Sportwagen und Liebhaberstücke zu zeigen, über Restaurierungen zu fachsimpeln und sich inspirieren zu lassen. Gäste sind immer willkommen.

Und auch sonst ist irgendwie immer was los in dem alten – und doch so neuen – Kaischuppen. Sonderausstellungen im Foyer zeigen unterschiedlichste Themen. So widmet sich eine Schau der Architektenkammer noch bis November dem Thema „Gebäudeumnutzung“ – wo wäre dies angebrachter als direkt in einem der besten Beispiele dafür in Bremen. Modellbaubörsen, Fashionmessen und zum Nikolaustag ein weihnachtliches Familienkonzert mit den Bremer Philharmonikern füllen den Veranstaltungskalender des Schuppens.

Bei schönem Wetter kann man vor dem Schuppen Eins auch den Weserblick genießen.

Bei schönem Wetter kann man vor dem Schuppen Eins auch den Weserblick genießen.

Und jetzt doch nochmal zurück zum Essen: Nach einem ausgiebigen Spazierganz entlang des Boulevards (übrigens auch ein toller Tipp für Regentage), sind meine Freundin und ich dann doch noch zu kulinarischen Köstlichkeiten gekommen. Das Al Dar befindet sich am Eingang des Schuppens und ist das größte syrische Restaurant Deutschlands. Doch keine Angst, die Atmosphäre hat nichts von Bahnhofshalle sondern ist durchaus gemütlich und auf jeden Fall ein ungewohnter Anblick. So kombinierte der Innenarchitekt nahöstliche Dekorationen auf spannende Weise mit den rohen Betonelementen des ursprünglichen Schuppens. Und lecker ist es sowieso … Wie wäre es zum Beispiel mit Lammfleischwürfeln und Pinienkernen, kurz in Olivenöl gebraten, auf einem Kichererbsenmus mit frisch gepresstem Zitronensaft und Sesamölsauce? Oder eine vegetarische Variante? Die Mazzaplatte (auch vegan möglich) entführt in ferne Länder mit Tabuleh, Olivensalat, Falafel, Hommus, Muhammara, Lebneh, Sambusik-Käse und Sambusik-Spinat. Und hinterher ein syrischer Rosenwasserpudding mit hausgemachtem Feigeneis. Lecker!

Das syrische Restaurant Al-Dar am Eingang des Schuppen Eins.

Das syrische Restaurant Al-Dar am Eingang des Schuppen Eins.

Zu Bremen passt der Schuppen Eins mit seinem vielfältigen Automobilangebot wie der Mercedesstern auf die Benz-Kühlerhaube. Denn Bremen ist eine Autostadt. Hier wurde bereits 1903 das erste Auto gebaut. Weiter ging es mit den Produktionen der Firma Borgward. Und heute ist das große Mercedes-Benz Werk der Daimler AG in Bremen der Dreh- und Angelpunkt. Hier werden pro Jahr 300.000 Autos gebaut und hier arbeiten mehr Menschen als in jedem anderen Unternehmen der Stadt.

Wer jetzt noch nicht genug bekommen hat von Oldtimern und Automobilkultur, der kann sich noch weiter inspirieren lassen auf der Bremen Classic Motor Show. Im Februar geht es in den Bremer Messehallen um Meisterstücke auf zwei und vier Rädern. Auch der Schuppen Eins zeigt dort seine liebsten Stücke.

Unseren Film zum Schuppen Eins findet ihr hier.