PHÄNOMENAL 2020 – Bremen entdecken. Wissen erleben.

#bremenphänomenal: Bremen selbst ist ja gewissermaßen schon so etwas wie ein Phänomen. Zumindest kenne ich keine andere Großstadt, in der sich alles so eng mit einander verbunden anfühlt. Auch die wissenschaftlichen Netzwerke sind gut ausgebaut. Unter anderem aus diesem Grund hatte schon 2005 eine Jury Bremen und Bremerhaven gemeinsam zur ersten deutschen „Stadt der Wissenschaft“ gekürt. Überzeugt hatten auch die enge Kooperationen von Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Stadt. Dies wird 2020 im Rahmen eines Themenjahres wieder unter Beweis gestellt. „Phänomenal“ lautet der Titel und ich habe mich mal auf die Suche nach erlebbarer Wissenschaft in der Hansestadt begeben.

Kurz mal nachgeschlagen: Als Phänomen wird gemeinhin eine mit den Sinnen wahrnehmbare Erscheinung, ein Ereignis oder ein Erleben bezeichnet. Umgangssprachlich werden vor allem Ausnahmeerscheinungen als Phänomen betitelt.

Wo sind nun also in Bremen Phänomene wahrnehm- und erlebbar? Ich mache mich auf die Suche und werde (natürlich) zahlreich fündig. Um es nicht ausarten zu lassen, habe ich mich auf acht Orte bzw. Veranstaltungen beschränkt.

Das Universum

Natürlich – das werden viele Bremerinnen und Bremer bestätigen – fällt einem bei der Suche nach Phänomenen ziemlich schnell das Universum Bremen ein. Von Physik und Technik bis Natur und Mensch – hier sind zahlreiche Phänomene zu entdecken und (fast) alle sind auch vor Ort erlebbar. Mitmachstationen und kleine Experimentaufbauten veranschaulichen gut die Gesetzgebungen unserer Welt. Für einen Gang durch das Haus sollten sich Besucher*innen viel Zeit nehmen. Bei meinem letzten Besuch mit meinem Vater (Physiker mit Leib und Seele) haben wir allein die erste Dreiviertelstunde im Außenbereich des riesigen Mitmachmuseums verbracht und konnte auf Schaukeln und anderen Gerätschaften physikalische Phänomene erleben.

Gestrandetes Ufo? Im Universum werden physikalische und technische Phänomene erlebbar gemacht. Lebendige Wissensvermittlung par excellence! Foto: Universum Bremen

Gestrandetes Ufo? Im Universum werden physikalische und technische Phänomene erlebbar gemacht. Lebendige Wissensvermittlung par excellence! Foto: Universum Bremen

Haus der Wissenschaft

Wenn es schon rund um die Wissenschaft geht, darf natürlich auch ein Besuch im Haus der Wissenschaft nicht fehlen. Das relativ unauffällige Häuschen in der Sandstraße, am Fuße der Domrückseite, hat es faustdick hinter den wissenschaftlichen Ohren. Ich selbst war bisher nur ein paar Mal zu Lesungen und Vorträgen dort. Wie ich jetzt feststelle, ist allein der Besuch der Website ein Erlebnis. Innerhalb kürzester Zeit bzw. weniger Klicks kann ich live verfolgen, wo sich aktuell das Forschungsschiff „Polarstern“ vom Alfred-Wegener-Institut (AWI, Bremerhaven) in der Zentralarktis befindet. Außerdem lese ich jede Menge News der zahlreichen Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstitute der Stadt. Ich nehme mir vor, all das in näherer Zukunft auch in persona im Haus der Wissenschaft zu erleben. Vielleicht besuche ich eine Ausstellung oder einen Vortrag. Das Haus feiert in diesem Jahr bereits sein 15-jähriges Bestehen.

Ein Haus, das Wissen schafft: Im "Haus der Wissenschaft" gibt es Vorträge und regelmäßig wechselnde Ausstellungen. Foto: Haus der Wissenschaft

Ein Haus, das Wissen schafft: Im „Haus der Wissenschaft“ gibt es Vorträge und regelmäßig wechselnde Ausstellungen. Foto: Haus der Wissenschaft

SCIENCE GOES PUBLIC!

Eine*r steht vorne und erzählt etwas aus der Welt der Wissenschaft. Alle anderen hören zu. Klingt nach einer Vorlesung in der Uni, ist aber in diesem Fall eine Veranstaltung von Science goes public!. Die Reihe startete 2015 in Bremerhaven und will Wissenschaft lebendig vermitteln. In 30-minütigen Vorträgen haben Teilnehmende Raum, um ihre Forschungsthemen vorzustellen und sie dem Publikum auf humorvolle und originelle Weise schmackhaft zu machen. Seit 2017 gibt es die Reihe auch in Bremen. Jeweils im Frühjahr und im Herbst verwandeln sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen ansässige Kneipen in bunte Vorlesungsräume, in denen gelacht, gestaunt und gesprochen wird. Ganz nebenbei lässt sich so also auch ein Kneipenabend abwechslungsreich genießen. Ich nehme mir vor, bei einer der kommenden Veranstaltungen dabei zu sein.

Eine der Bars, die sich bei "Science goes public" in einen lauschigen Hörsaal verwandelt.

Eine der Bars, die sich bei „Science goes public“ in einen lauschigen Hörsaal verwandelt.

Botanika – Bremens große Entdeckerwelt

Bei meiner Suche nach erlebbarer Wissenschaft in Bremen, fällt mir natürlich auch die Botanika im Rhododendronpark ein. Hier lassen sich nicht nur tropische Pflanzenwelten in den Gewächshäusern erkunden, sondern im Entdeckerzentrum auch jede Menge Phänomene erleben. Natürlich immer im Bezug auf die Botanik. An Mitmachstationen lassen sich verschiedene Gerüche erschnuppern und zuordnen, Bäume nach ihrem Holz erraten und rekordverdächtige Zahlen sowie weiteres Erstaunliches über Pflanzen erfahren.

Es grünt so grün: Rund um die Wissenswelt der Botanik geht es in der Botanika.

Es grünt so grün: Rund um die Wissenswelt der Botanik geht es in der Botanika.

Institut für Niederdeutsche Sprache

Bremen ist voll von naturwissenschaftlichen Instituten und Einrichtungen. Dabei wird schnell vergessen, dass natürlich auch Geisteswissenschaften in der Hansestadt nicht zu knapp vertreten sind. Mir fällt bei meiner Suche zum Beispiel direkt das Institut für niederdeutsche Sprache (INS) ein. Sprache ist schließlich auch ein Phänomen – Plattdeutsch erst recht ;-) Das INS trägt einen großen Teil zum Erhalt der niederdeutschen Sprache teil, indem es sämtliche Medien archiviert, in denen es um Plattdeutsch geht oder die gar in dieser Sprache erschienen sind. Das Besondere ist auch, dass hier jede*r hinkommen und in dem riesigen Archiv nach Lust und Laune stöbern kann. Ein wahres Erleben von Wissen also.

Sprachwissen für alle Tage archiviert: Im Institut für niederdeutsche Sprache geht es ums (Er-)leben von Plattdeutsch.

Sprachwissen für alle Tage archiviert: Im Institut für niederdeutsche Sprache geht es ums (Er-)leben von Plattdeutsch.

Übersee-Museum

Das Übersee-Museum ist gewissermaßen ein Klassiker unter den Bremer Museen. Hier lassen sich ferne Länder und fremde Kulturen erleben, ohne um den halben Globus reisen zu müssen. Das Besondere ist dabei auch die Kombination aus sowohl naturkundlichem Wissen wie auch Handels- und Völkerkunden. Durch die Präsentationsformen wird all dies auch für kleinere Gäste wirklich erlebbar und anschaulich gemacht. Im Überseemuseum bündeln sich also eine ganze Menge Phänomene unter einem Dach.

Sowieso sind Museen natürlich eine super Adresse, um Phänomenales in Bremen zu entdecken. Im Themenjahr 2020 öffnen am 27. Juni wieder zahlreiche Häuser unter dem Titel „Phänomenal. 20 Jahre Lange Nacht der Bremer Museen“ ihre Pforten.

Für Reisen nach Übersee, ohne Bremen verlassen zu müssen: Gebündeltes Wissen um Kulturen, Handel und Natur. Foto: Matthias Haase / Übersee-Museum Bremen

Für Reisen nach Übersee, ohne Bremen verlassen zu müssen: Gebündeltes Wissen um Kulturen, Handel und Natur. Foto: Matthias Haase / Übersee-Museum Bremen

Raumfahrt-Standort

Bei den Schlagworten Wissenschaft und phänomenal darf natürlich eines im Zusammenhang mit Bremen nicht fehlen: die Raumfahrt. Immerhin ist Bremen einer der wichtigsten Luft- und Raumfahrt-Standorte in Europa. Es sind große Forschungs- und Produktionsfirmen ansässig. Auch das DLR (Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt) hat einen Standort hier – und dazu gehört auch das DLR_School_Lab, dass vor allem Schulklassen, Lehrkräfte und die jüngeren Raumfahrt-Fans unter uns begeistert.
Es gibt Raumfahrtführungen, ein Planetarium mit regelmäßigen Vorträgen und Veranstaltungen und im Fallturm an der Universität werden regelmäßig Experimente in kurzzeitiger Schwerelosigkeit durchgeführt. Rund 150 Unternehmen und Institute sind, verteilt über den gesamten Stadtraum, tagtäglich im Bereich der Raumfahrt beschäftigt. Eigentlich ein Wunder, dass man hier nicht ständig Raketen in den Himmel steigen sieht, denke ich ;-)

Als ein wichtiger Standort in der Raumfahrtforschung und -technologie darf natürlich auch dieser Wissenschaftsbereich im Themenjahr nicht fehlen. Es wird Führungen und andere spannende Einblicke geben. Foto oben: Hergen Deuther / AIRBUS. Foto unten rechts: Jonas Ginter / WFB.

Als ein wichtiger Standort in der Raumfahrtforschung und -technologie darf natürlich auch dieser Wissenschaftsbereich im Themenjahr nicht fehlen. Es wird Führungen und andere spannende Einblicke geben. Foto oben: Hergen Deuther / AIRBUS. Foto unten rechts: Jonas Ginter / WFB.

Forschungsmeile in der Maritimen Woche

Zum Abschluss des Themenjahres 2020 findet im September wieder die Maritime Woche entlang der Schlachte an der Weser statt. Im Rahmen der Festwoche entsteht nicht nur ein maritimer Markt mit kulinarischem und kunsthandwerklichem Angebot, sondern auch eine Forschungsmeile. Hier stellen an einzelnen Ständen in weißen Pagodenzelten rund 30 Einrichtungen ihre Arbeit vor. Für Phänomen-Suchende auf jeden Fall ein guter Anlaufpunkt, denn bei so viel gebündelter Wissenschaft lässt Phänomenales sicherlich nicht lange auf sich warten.

Einmal im Jahr verwandelt sich die Schlachte in eine Maritime Meile. Im Rahmen der Maritimen Woche gibt es auch eine Forschungsmeile, wo sich verschiedene Einrichtungen präsentieren. Foto: CityInitiative Bremen Werbung e.V.

Einmal im Jahr verwandelt sich die Schlachte in eine Maritime Meile. Im Rahmen der Maritimen Woche gibt es auch eine Forschungsmeile, wo sich verschiedene Einrichtungen präsentieren. Foto: CityInitiative Bremen Werbung e.V.

Beitragsbild: Der Fallturm von innen, Foto: Stefan Schmidbauer / ZARM 

Kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht. Notwendige Felder sind markiert *