Walle und Weser, Sand und Strand …

… und ein wenig Waikiki-Feeling! Vor einer Woche wurde der Waller Sand eröffnet, ein neuer Stadtstrand direkt am Hafen, in der Überseestadt. Gleich beim Molenfeuer, mit Blick auf Waterfront und Getreideverkehrsanlage. Das musste ich mir doch unbedingt mal ansehen.

Radtour über Rablinghausen

Eins vorweg: Meine Schwimmsachen hatte ich nicht eingepackt. Schwimmen ist nämlich nicht erlaubt am Waller Sand, zudem schwamm ich auf der Erkältungswelle. Aber dick eingemummelt, in langsamem Tempo und an frischer Luft, wirkte das wie eine Kur. Ich wählte den Weg durch den Neustädter Hafen, über den wunderbaren Weseruferpark Rablinghausen. Von dort aus lässt sich prima die „Skyline“ der neuen Überseestadt begutachten, die am Molenturm endet. Und genau rechts hinterm Molenturm, da ist auch schon das Wendebecken des Hafens mit dem neuen Waller Sand.

Um den Molenturm herum geht es zum Waller Sand

Um den Molenturm herum geht es zum Waller Sand

Die Weserfähre „Pusdorp“ pendelt zwischen Mai und September am Wochenende zwischen Lankenauer Höft, Waterfront und Molenturm. Es ging für mich also weiter zum Lankenauer Höft, welches um die frühe Zeit allerdings noch geschlossen hatte. Hier sorgt die Golden City Hafenbar wieder temporär für maritime Stimmung.

Blick vom Lankenauer Höft zum Waller Sand - warten auf die Pusdorp

Blick vom Lankenauer Höft zum Waller Sand – warten auf die Pusdorp

Das Ziel war schon auszumachen, der Strand bereits zu sehen. Dahinter die Kulisse vom Stadtteil Walle mit dem Fernsehturm und der dazugehörigen Überseestadt.

Mit der Pusdorp zum Mäuseturm

Mit dem Fahrrad geht es bequem auf die Pusdorp. Erstmal zum Shopping-Center gegenüber, aber das war nicht mein Ziel. Ich war schon ganz gespannt auf den Molenturm, auch Mäuseturm genannt.

Die Pusdorp pendelt an Wochenende zwischen Mai und September

Die Pusdorp pendelt an Wochenende zwischen Mai und September

Direkt am Anleger brütet eine Möwe, oberhalb hat sich ein Meer aus Blumen einen Platz gesucht. Die Insekten freut es, und mich auch. Sehr sogar.

Flora und Fauna beim Schiffsanleger

Flora und Fauna beim Schiffsanleger

Früher kam man kaum über eine schmale sandige Piste mit dem Fahrrad zum Molenturm. Alles war dicht bewachsen mit Sträuchern, aber die Angler hatten weitgehend ihre Ruhe. Nun kommt man an Blumen und neu gepflanzten Bäumen vorbei zu diesem historischen Baum, dahinter der historische Molenturm. Ein paar alte Holzbohlen dienen als Sitzgelegenheit; ansonsten ist, wenn man so will, der Weg frei. Für viele Ausflügler. Sehr schick, ich mochte das etwas morbide Flair früher aber auch.

Molenturm zwischen Weser und Wendebecken

Molenturm zwischen Weser und Wendebecken

Der Molenturm ist nicht zu besichtigen. Man kann ihn nur von außen bestaunen, aber vor allem die Rundumsicht genießen. Direkt zwischen Weser und Wendebecken. Zwischen fast ländlich anmutendem Woltmershausen und Rablingausen (auch bekannt als Pusdorp, woher der Name der Fähre stammt) und Gröpelingen mit der futuristischen Waterfront und dem monumentalen Getreideverkehrsanlage, auch „Koloss“ genannt. Schaut man zurück, so geht der Blick nach Walle mit der Überseestadt.

Der Weg zum Molenturm ist frei, alte Bohlen laden zum Verweilen ein

Der Weg zum Molenturm ist frei, alte Bohlen laden zum Verweilen ein

Blumen machen sich breit auf dem Schotter

Blumen machen sich breit auf dem Schotter

Was Pflanzen ausmachen … Auf dem Schotter unten müssen sie sich erst noch ausbreiten, dann wird es auch dort schöner. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Natur überall ihren Raum zurück erobert.

Schotterflächen werden von der Natur erobert

Schotterflächen werden von der Natur erobert

Waller Sand – Idylle im Hafen

Der Weg führt mich direkt an die Wasserkante, die mit Steinen aufgeschüttet ist. Also Schutz vor dem Wasser, an Baden ist hier nicht zu denken. Auch nicht für Hunde, die müssen sowieso an der Leine bleiben …

Der Koloss hinter Steinen

Der Koloss hinter Steinen

Alles eine Frage des Blickwinkels – vom Sandstrand aus sieht das alles doch gleich viel freundlicher aus.

Kleines Paradies mit Hafenflair

Kleines Paradies mit Hafenflair

Die Pflanzen müssen nun noch gut anwachsen. Von Jahr zu Jahr dürfte es dort noch schöner werden. Mein Magen knurrte mächtig, und ich erspähte leckeren Meerkohl, wenn ich den denn richtig identifiziert habe. Ernten geht natürlich nicht. Eine Gastronomie ist dort nicht erlaubt, so haben sich die Beteiligten geeinigt. Ich finde es schade, sehe aber am Eckgebäude einen Bäcker. Der hat schon keine kalten Getränke mehr bei dem Andrang, aber ein Teilchen ist noch für mich übrig. Das Yup Yup habe ich in der Eile übersehen, dessen vegane Superfood-Süßigkeiten werden beim nächsten Besuch endlich getestet. Und hinterm Landmark-Tower wäre noch das RIVA.

Müßiggang im Schatten der Bäume

Müßiggang im Schatten der Bäume

Bringt euch eure Sachen also selbst mit, und packt auch alles wieder fein ein. Auch Sonnencreme solltet ihr dabei haben, denn Schatten ist rar.

Perfekter Platz für Sonnenanbeter

Perfekter Platz für Sonnenanbeter

Wer sich nicht in den Sand legen möchte, kann sich mit Glück auf einem der festen Liegen einen Platz ergattern. Mit Wasserblick, versteht sich. Von dem Trubel dahinter, den Baustellen, bekommt man am Wochenende dann gar nichts mit – eine Frage der Perspektive. So ist das eben in einem der größten städtebaulichen Projekte Europas, zu denen die Überseestadt gehört. Und in einem Hafengebiet, in dem tatsächlich noch gearbeitet wird. Diese Gegensätze finde ich aber besonders spannend.

Alles eine Frage der Perspektive

Alles eine Frage der Perspektive

Am Rande gibt es einen Container mit Aussichtsplattform. Und, das finde ich besonders wichtig, mit einer Toilette. Ich gehöre nicht zu denen, die sich gerne in die Büsche schlagen. Hm, nach denen müsste man hier auch lange suchen. Für mich ist das ein ganz großer Pluspunkt, in Gedanken packe ich schon meine Kühltasche für den nächsten Ausflug.

Der Waller Sand im Überblick

Der Waller Sand im Überblick

Übrigens gibt es auch eine Wasser-Matsch-Stelle für Kinder, die ja nun nicht an die Wasserkante kommen. Und ein Volleyball-Feld für die Größeren.

Spiel und Spaß für Groß und Klein

Spiel und Spaß für Groß und Klein

Wer nicht durch den Sand laufen möchte, kann sich auf den diversen Wegen durch den Waller Sand bewegen. Auch prima für Rollis und Rollatoren, Kinderwagen und so weiter.

Spazier-Wege durch den Sand

Spazier-Wege durch den Sand

Was ich sie liebe, diese Waikiki-Schirme. Die geben das richtige Urlaubsfeeling. Über dem Schirm links seht ihr übrigens die Stahlwerke …

Chillen mit Blick auf Molenturm und Hafen

Chillen mit Blick auf Molenturm und Hafen

Hätte ich kein Date mit meinem Inhaliergerät gehabt, dann hätte ich mich vielleicht noch von der Pusdorp zur Waterfront bringen lassen. Mit dem Rad zieht sich die Strecke ein wenig, so ist das viel angenehmer. Aber ich radle nun durch die Überseestadt, an der Schlachte entlang, brav nach Hause. Die Kombination „shoppen und chillen“ ist aber gar nicht so schlecht, finde ich.

Erst in der Waterfront shoppen, dann am Strand chillen - oder umgekehrt?

Erst in der Waterfront shoppen, dann am Strand chillen – oder umgekehrt?

Und zum Abschluss noch ein Panorama. Ich bin echt richtig begeistert. Vielleicht auch ein wenig überrascht, denn das Ganze ist besser als ich erwartet hatte. Das muss ich zugeben. Perfekt wird es, wenn man dort den Sonnenuntergang beobachten kann.

Waller Sand am Wendebecken

Waller Sand am Wendebecken

Unser Tipp: Wenn ihr von außerhalb kommt und euch diese spannende Gegend ansehen möchtet, dann ist die Mini-Pauschale ideal. Zum Beispiel mit Übernachtung im Innside (Stufe B) oder im Steigenberger (Stufe C).

Und hier noch ein Film von der Eröffnung des Waller Sand:

Weser-Strände in Bremen

In der Bremer City gibt es einige weitere Strände an der Weser. Da wäre zum Beispiel der Strand im Weseruferpark Rablinghausen, an dem ich auf dem Hinweg vorbei geradelt bin. Baden ist sicher nicht erlaubt, da die Weser eine Bundeswasserstraße ist – ihr geht ja auch nicht auf der Autobahn spazieren. Toiletten und ähnliches gibt es nicht (ich habe jedenfalls nichts entdeckt), dafür Spielplätze und große Wiesen in der Nähe und Disc Golf. Und Büsche …

Strand im Weseruferpark Rablinghausen

Strand im Weseruferpark Rablinghausen

Der bekannteste Weser-Strand befindet sich mittendrin, am Café Sand. Unzählige Kinder toben hier und holen Wasser aus der Weser. Auch hier ist das Baden nicht erlaubt, Hunde müssen an die Leine. Pommesbude, Toiletten, Biergarten, Kuchen, Kaltgetränke und Eis – hier bekommt man alles, was man braucht. Vom Viertel aus setzt man am besten mit der Sielwall-Fähre über.

Blick vom Osterdeich auf das Weser-Strandbad am Café Sand

Blick vom Osterdeich auf das Weser-Strandbad am Café Sand

Weser-Strandbad am Café Sand

Weser-Strandbad am Café Sand

Der Strand am Werdersee gehört für Pedanten nicht in die Aufzählung, denn er liegt nicht an der Weser. Aber an der Kleinen Weser, die hier hinten Werdersee heißt. Und: Hier ist Baden erlaubt, es gibt eine DLRG-Station. Und auch eine Toilette, die aber wohl nur geöffnet ist wenn die Rettungsschwimmer da sind. Ich wurde bislang immer enttäuscht … Wie dem auch sei, es gibt ausgewiesene Grillplätze, einen Spielplatz, schöne Stellen etwas abseits am Wasser und eine FKK-Zone. Und Büsche …

Badestrand am Werdersee, der Verlängerung der Kleinen Weser

Badestrand am Werdersee, der Verlängerung der Kleinen Weser

Von meinem Werdersee-Fotospot ein ganzes Stück weiter erreiche ich den Strand in Habenhausen. Dort handelt es sich wieder um die Weser. Auch hier gibt es keine Infrastruktur, Baden darf man wohl inoffiziell. Denn die Stelle befindet sich nicht direkt an der Fahrrinne, sondern ist durch eine kleine Insel geschützt.

Uferaue in Habenhausen, inoffizielle Badestelle an der Weser

Uferaue in Habenhausen, inoffizielle Badestelle an der Weser

Wenn ihr auf dem oberen Bild genau schaut, dann seht ihr über der Insel zwei große Gebäude; eins grau, eins blau. Genau da, in Hemelingen, befindet sich ein Weserstrand, in den Sommermonaten (Softopening war am letzten Sonntag) baut die Komplette Palette dort ihre Bretterbuden auf. Mit Bühne und Bar, und manchmal auch Eintritt. Das kleine Paradies nennen sie es, und das ist es auch, wenn man es wie ich etwas alternativ mag. Vorne am Strand gibt es einen Bereich, in dem man baden kann, da er abgegrenzt von der Weser ist. Ihr seht das ganz eben auf dem rechten Bild unten, eine feine dunkle Linie im Wasser. Wie ein Planschbecken im Fluss. Geht scheinbar auch gut mit Kaltgetränk in der Hand.

Chillen an der Kompletten Palette

Chillen an der Kompletten Palette

Beim Weser-Stadion gibt es noch mehrere ganz kleine Strandabschnitte, die werden aber häufig von Hunden frequentiert. Auch, wenn es offiziell keine Hunde-Strände sind. Schaut selbst, ob diese euch zusagen; die Promenade dort ist jedenfalls sehr schön.

Habe ich noch Weser-Strände vergessen? Ganz sicher welche im Bremer Norden, aber auch welche in der City? Dann her mit den Infos. Ich kann nur sagen: Der Waller Sand hat es für mich aus dem Stand ganz weit nach vorne geschafft!

4 Anmerkungen zu “Walle und Weser, Sand und Strand …

  1. Sascha says:

    Traumhaft, sehr schöne aussieht und tolle Bilder. Sicherlich kann man sich hier gut erholen!

  2. Maike Kaluscha says:

    Moin, das kann ich nur unterstützen, ich war am Wochenende auch sehr positiv überrascht vom Waller Sand. Es gibt mittlerweile auch eine Art Strandbar an dem Ende zur Weser hin.
    Das Einzige, was ich vergeblich suchte, waren Fahrradbügel. Viele waren so wie ich mit dem Rad gekommen, die meisten hatten es mangels Alternative am noch existierenden Bauzaun angeschlossen. Ein paar kantige Exemplare (mit garantiertem Lackschaden) finden sich am Fähranleger, das ist aber zum einen viel zu wenig und für Familien, die mit Kind und Anhänger da sind, auch zu weit weg.
    Werde mal den Beirat ansprechen, ob sich da noch etwas einrichten lässt.
    Ansonsten – eine gelungene Sache.

  3. Liebe Maike,

    das kann ich nur unterstützen, weitere Fahrradständer wären wirklich schön. Klasse, dass du den Beirat ansprichst.

    Viele Grüße

    Ingrid

  4. Liebe Maike,
    von den Verantwortlichen habe ich folgende Rückmeldung erhalten: „Uns ist bewusst, dass die vorhandenen Fahrradbügel am Fähranleger und am Kommodore-Johnson-Boulevard zu wenig Anschließmöglichkeiten sind. Deshalb sind zahlreiche weitere Fahrradbügel am Gustaf-Erikson-Ufer geplant, die ca. im Frühjahr 2020 installiert werden sollen.“ Das hört sich doch gut an.
    Viele Grüße, Ingrid

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